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Startup-Impuls: Das Siegerteam hat die Idee zum Spiel

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Freut Ihr Euch? "Wie Bolle", sagten die Gründer von GameBuddy. Sie landeten beim Gründerwettbewerb ganz oben auf dem Treppchen.
In der 16. Auflage des Gründerwettbewerbs Startup-Impuls für die Region Hannover landete mit GameBuddy eine Geschäftsidee ganz oben, die sich um Online-Spiele dreht.

Wohl eher ein Zufall: Unter den Gewinnern und Nominierten des Gründerwettbewerbs Startup-Impuls 2019 zeigte sich doch eine gewisse Tendenz. Bei den Frauen bildeten immer wieder Kreativität rund um Praktisches, Mode oder Gesundheit das Fundament für eine Gründung. Die Männer – programmieren. Wobei Marina Barth, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hannover, hervorhob, dass der Frauenanteil im Wettbewerb in diesem Jahr sowohl bei den Nominierten als auch bei insgesamt 128 Teilnehmern rund 30 Prozent erreichte. Tendenz hoffentlich noch steigend, auch das machte Barth deutlich. Die Sparkasse und die Wirtschaftsförderer von Hannover Impuls stehen hinter dem Gründerwettbewerb für die Region Hannover und machen ihn mit Preisen im Wert von insgesamt rund 100.000 Euro zum womöglich höchstdotierten regionalen Wettbewerb dieser Art in Deutschland. Er wurde zum 16. Mal ausgetragen.

Die beste Einzelgründerin: Kimberly Jones erhielt ihre Auszeichnung von Thomas Hermann, der als hannoverscher Bürgermeister auf die Bedeutung der Gründerszene für die Stadt hinwies.

Kimberley Jones kann ihr junges Unternehmen nun mit 10.000 Euro weiter ausbauen. Emmilo heißt ihre Gründung, mit der sie die Kategorie Solo-Starter gewann: individuell genähte Kindermode auf Kundenwunsch und dem Fairtrade-Gedanken verpflichtet. Zur Unternehmerin wurde Jones aber erst durch die Internet-Plattform Instagram, auf der sie Selbstgenähtes zeigte und dann feststellte, dass sich das auch verkaufen lässt. Ebenfalls nominiert: Katrin Potyka für die Stofftasche dryxx – flexibel, nachhaltig produziert und praktischer Ersatz für Einmal-Einkaufstüten. Und die Zonama Food GmbH von Ramtin Randjbar-Moshtagin; dessen Idee: Zebra Stripes, haltbare Snacks aus getrocknetem Fruchtpüree, künftig auch in individuellen Geschmacksrichtungen.

Das Team von Beh.Digital.

Der mit 5000 Euro dotierte Hochschul- und Wissenschaftspreis ging an die beh.digital GmbH und damit an das Team um Nikolai Behmann. Ihr Konzept: Aus Algorithmen, die im Bereich autonomer Fahrzeuge entwickelt wurden, entstand eine selbstlernende Software, die Fotos klassifizieren und damit in der Industrie zur Qualitätskontrolle eingesetzt werden kann – und das ohne Vorkenntnisse zur einfachen Anwendung und mit der Zielgruppe Mittelstand. Nominiert außerdem: die Nefino GmbH für Regis, ein Programm, mit dem Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit von Windkraft- und Solaranlagen eingeschätzt werden können, und zwar auf Basis von Forschungsarbeiten an der Leibniz-Uni. Außerdem Motronix, ein System, um in Echtzeit Landschaften und Architektur in Volumenmodellen entstehen zu lassen.

Ganz vorne in der Hauptkategorie des Wettbewerbs aber landete die GameBuddy GmbH. Die Idee: Für das Online-Spiel League of Legends braucht man Fünfer-Mannschaften. Die werden unter den 100 Millionen Spielern pro Monat weltweit zum Teil zufällig zusammengestellt. Je nach Ehrgeiz und Anspruch knirscht es innerhalb der Teams oft gewaltig, der Ton im Chat kann rau und beleidigend werden. GameBuddy stellt deshalb mittels ihres Programms Mannschaften so zusammen, dass es passt, um diese unangenehmen Begleiterscheinungen zu vermeiden. Geld verdienen will das junge Unternehmen mit Werbung und einer kostenpflichtigen Premium-Variante, werbefrei und um Sonderfunktionen ergänzt. Stand: 15.000 monatliche Nutzer, 130.000 Registrierte. Auf den Plätzen landete corvitac pig-counter, eine Kamerasystem, das in der Lage ist, in landwirtschaftlichen Betrieben Schweine zu erkennen, zu verfolgen und zu zählen, sowie die innocado GmbH: Deren Software bringt in Unternehmen systematisch und abteilungsübergreifend Teams für zusammen für bestimmte Aufgaben zusammen. Außerdem waren für den Hauptpreis noch drei weitere Startups nominiert: Am Versicherungsstandort Hannover entwickelt claimBuddy eine webbasierte App, bei der automatisiert Versicherungsschäden über einen Chatbot abgewickelt werden können. Die App Herodikos ermöglicht Ärzten und Physiotherapeuten, mit geringem zeitlichen Aufwand individuelle Sporttherapie. Und schließlich noch einmal Mode, Kreativität und Nachhaltigkeit: boo surfwear um Anna Chevalier und Jingjing Qi bietet Sport- und Bademode aus Nylonabfällen.