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Hannover Rück: Konzernergebnis überspringt die Milliarde

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Die Hannover Rück zieht Bilanz vor der Presse - zum letzten Mal mit Vorstandschef Ulrich Wallin (2. v. l.).
Die Hannover Rück hat im vergangenen Jahr einen Konzernüberschuss von knapp 1,1 Mrd. Euro erzielt und damit ihr Gewinnziel erreicht.

Der Überschuss der Hannover Rück hat damit die Milliardengrenze übersprungen nach rund 959 Mio. Euro im Jahr 2017. Vorstandschef Ulrich Wallin wies in seiner letzten Bilanzpressekonferenz beim Rückversicherer – er geht im Mai in den Ruhestand – auf die Ertragsstärke des Unternehmens hin: „Es freut mich besonders, dass wir das zehnte Jahr in Folge eine zweistellige Eigenkapitalrendite erreicht haben.“ Und das trotz erneut signifikanter Großschäden sowie einer hohen Einmalbelastung in der Personen-Rückversicherung. Das resultiert unter dem Strich in einem höheren Dividendenvorschlag von 5,25 Euro je Aktie, 25 Cent mehr als vor einem Jahr.

Das Bruttoprämienvolumen kletterte um 7,8 Prozent auf 19,2 Mrd. Euro. Währungskursbereinigt errechnet sich ein noch höherer Anstieg um 11,6 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) erreichte knapp 1,6 Mrd. Euro. Nach einer überdurchschnittlich hohen Belastung aus Naturkatastrophen hatte es 2017 noch bei 1,36 Mrd. Euro gelegen.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der viertgrößte Rückversicherer weltweit ein Wachstum der währungskursbereinigten Bruttoprämie für das Gesamtgeschäft im einstelligen Prozentbereich. Das Nettokonzernergebnis sollte einen Betrag in der Größenordnung von 1,1 Mrd. Euro erreichen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Großschadenbelastung nicht wesentlich den Erwartungswert von 875 Mio. Euro übersteigt und es zu keinen außergewöhnlich negativen Entwicklungen an den Kapitalmärkten kommt. Dieses Ergebnis wird dann aber nicht mehr Ulrich Wallin vorstellen, sondern sein designierter Nachfolger Jean-Jaques Henchoz, der von der Swiss Re kommt und der am 1. April in den Hannover-Rück-Vorstand eintritt.

„Wir haben eine sehr zufriedenstellende Vertragserneuerung zum 1. Januar 2019 gesehen, mit der wir weiter auf profitables Wachstum setzen“, sagte Wallin. „Die gute Finanzstärke der Hannover Rück und unser effizientes Kapitalmanagement stimmen mich zuversichtlich für das Erreichen der Ziele im laufenden Geschäftsjahr und die nachhaltige Ertragskraft des Unternehmens.“

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg in das Bruttoprämienvolumen in der Schaden-Rückversicherung bei, wie es heißt, intensivem Wettbewerb um 11,8 Prozent auf 12 Mrd. Euro und damit deutlich über den Erwartungen. 2018 war zwar die Nettobelastung aus Großschäden geringer als im Vorjahr, das mit der höchsten Großschadenlast in die Geschichte der Hannover Rück einging. Nach einem sehr moderaten Schadenverlauf im ersten Halbjahr 2018 kamen aber dann insbesondere im vierten Quartal etwa die Waldbrände in Kalifornien. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich auf 96,5 Prozent (Vorjahr: 99,8 %)

In der Personen-Rückversicherung habe man, so Wallin, trotz einer erheblichen Einmalbelastungen – unter dem Strich schlugen dabei rund 185 Mio. Euro zu Buche – den Gewinn ausbauen können. Das operative Ergebnis (Ebit) erreichte 275,9 Mio. Euro (Vorjahr: 245,2 Mio. Euro), das Konzernergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent auf 185,9 Mio. Euro.

Sehr zufrieden angesichts der Lage der Kapitalmärkte ist man bei der Hannover Rück mit der Entwicklung der Kapitalanlagen. Bei einem Bestand an selbstverwalteten Kapitalanlagen von 42,2 Mrd. Euro wurde ein Anlagerendite von 3,2 Prozent erzielt – die Prognose lag bei 2,7 Prozent.