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Die Freitags-Kolumne: (K)ein Beitrag

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Dies ist kein Beitrag zum Weltfrauentag: Pat*innen scheint jetzt die von der Stadt Hannover für ihren Bereich festgelegte Schreibweise zu sein, wenn man von Patinnen und Paten sprechen will. Tatsächlich. Und es ist nicht leicht, sich als Mann gegen einen solchen Umgang mit Sprache und Schriftbild zu wenden, denn jedes Argument wird genau damit entkräftet: Das sagt oder schreibt ja ein Mann. Also stimmt es nicht. Sieht doch ganz passabel aus mit dem Sternchen. Und lässt sich auch gut lesen. Oder was?

Aber vergessen wir mal das ganze Argumentieren rund um die Sprache. Und rechnen nicht gegeneinander auf das generische Maskulinum (was bedeutet, das sich eine männliche Form immer an alle, w/m/d, richtet) mit der Tatsache, dass jeder Plural im Deutschen über den weiblichen bestimmten Artikel – die – gebildet wird. Die Frauen, sagte dazu mal eine Frau, haben eben schon immer die Last der Vermehrung getragen.

Klar, Gleichberechtigung drückt sich auch in der Sprache aus. Aber keineswegs allein in der Frage, ob und wie man denn jedes mögliche Geschlecht gleichzeitig anspricht. Sondern auch noch ganz anders: „Frauen als Lösung für den Fachkräftemangel“, lautete jetzt eine Zeitungsüberschrift. Unverfänglich? Frauen sind nicht die Lösung des Fachkräftemangels. Frauen sind Fachkräfte. Punkt. Und das ist unser Beitrag zum Weltfrauentag. pm

Ursprünglich als Wirtschaftspolitisches Streiflicht, später in einer eigenen Rubrik „Streiflichter“: Glossen begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an und hatten schon in Vorgänger-Publikationen ihren Platz. An dieser Stelle finden Sie jeden Freitag eine Glosse in dieser Tradition.