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Tatort Göttingen: Alberich und Fafnir

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Sehen Sie noch fern? Oder streamen Sie schon? Blöde Frage: Vermutlich machen Sie längst beides. Das bereits totgesagte lineare Fernsehen wird nicht sterben. Es ist heute selbstverständlicher Teil eines längst überquellenden Programmangebots. Mal ehrlich: Wie viele Serien haben Sie angefangen und (noch) nicht bis zur letzten Folge der letzten Staffel gesehen – woher die Zeit nehmen?

Dabei verschwimmen die Kanäle – tägliches TV-Programm, Mediatheken, Streaming-Plattformen und Internet – immer mehr. Sendung verpasst? Kein Problem.

Das lineare Fernsehen kämpft mit einer rhythmischen Abfolge von Casting-, Flirt-, Tanz- und Kochshows gegen die Konkurrenz. Oder mit Tradition. Davon gibt es ja nicht mehr so viel. Aber ganz weit oben steht der Tatort sonntags in der ARD. In Niedersachsen ist seit dieser Woche Göttingen Ort des Verbrechens. Die Hauptfigur hat es nicht ganz freiwillig aus einer Metropole in eine mittelgroße Universitätsstadt verschlagen, stößt dort auf eine Kollegin mit Migrationshintergrund, und eine innige Beziehung zu einem Pathologen liegt in der Luft. Wenn Sie jetzt an den Münster-Tatort denken: Nein, unzweifelhaft zeigten die Drohnenüberflüge Göttingen. Vielleicht kriegt der dortige Rechtsmediziner dort ja aber auch noch eine Assistentin. Der Abwechslung wegen vielleicht von großer Gestalt, streitbar und etwas boshaft. Ein rechter Drache eben. Denn dann könnte man bei den Namen aus dem Nibelungen-Reich bleiben. Alberich wird ja schon spöttisch-hochachtungsvoll die gute Seele des Münsteraner Pathologenkellers genannt. Fafnir, der Name des Drachens, der auch mit dem Rheingold zu tun hat, wäre für Göttingen noch frei. pm

Ursprünglich als Wirtschaftspolitisches Streiflicht, später in einer eigenen Rubrik „Streiflichter“: Glossen begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an und hatten schon in Vorgänger-Publikationen ihren Platz. An dieser Stelle finden Sie jeden Freitag eine Glosse in dieser Tradition.