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Integrationsmoderatoren machen den Weg frei

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Integrationsmoderatorin Maria Eiselt (li.) mit Mohammad Ali Husseini Salem und Jennifer Emrich, HR Managerin der Sycor GmbH. Foto: Sycor
Integrationsmoderatorin Maria Eiselt (li.) mit Mohammad Ali Husseini Salem und Jennifer Emrich, HR Managerin der Sycor GmbH. Foto: Sycor
Seit Sommer des Jahres 2017 unterstützen die drei Integrationsmoderatoren der IHK Hannover den Weg von nach Deutschland geflohenen Menschen in den Arbeitsmarkt. Inzwischen gibt es einige Erfolgsgeschichten, von denen die drei berichten können.

Software-Ingenieur für Sycor

Mohammad Ali Husseini Salem ist 42 Jahre alt, beruflich gut qualifiziert und ehrgeizig. Bereits in seinem ersten Gespräch beeindruckte er mit seinem guten Deutsch und seiner Zielstrebigkeit. Es war zu spüren, dass er schnellstmöglich Fuß fassen wollte im deutschen Arbeitsmarkt. Der erfahrene Softwareentwickler aus dem Iran bringt großes Potenzial mit: Nach seinem Studium als Software-Ingenieur gründete er eine IT-Firma, und beschäftigte zuletzt 30 Mitarbeiter. Aufgrund der politischen Situation musste der junge Unternehmer Ende 2015 seine Heimat verlassen und kam mit seiner Frau und seinem damals 12-jährigen Sohn nach Deutschland. Mit viel Biss und Fleiß lernte er die deutsche Sprache und erlangte bereits zwei Jahre später das C1-Sprachniveau. Auf seiner Suche nach einem passenden Job ist er auf das Beratungsangebot der IHK aufmerksam geworden. Hier erhielt er Kontakte zu interessanten Arbeitgebern in der Region. Und der Ingenieur fasste Mut für eine neue berufliche Perspektive. In den folgenden Wochen wurden die Bewerbungsunterlagen überarbeitet und an entsprechende Betriebe weitergeleitet. Schnell war auch schon ein interessiertes Unternehmen gefunden. Die Sycor GmbH, ein IT-Dienstleister aus Göttingen, wollte Husseini Salem näher kennenlernen und vereinbarte direkt ein Vorstellungsgespräch. „Als international ausgerichtetes Unternehmen haben wir bereits viel Erfahrung mit Mitarbeitern unterschiedlicher Nationalitäten. Mit Herrn Husseini haben wir einen motivierten und kompetenten Mitarbeiter gefunden, der gut in unser Team passt“, berichtet Jennifer Emrich, HR Managerin der Sycor GmbH. Da sich der Softwareentwickler noch im laufenden Asylverfahren befand, musste vor Arbeitsaufnahme die Ausländerbehörde der Beschäftigung zustimmen. Als dies erledigt war, konnte es losgehen. „Ich war ganz aufgeregt, meinen Chef und meine Kollegen kennenzulernen. Und ich machte mir Gedanken, ob die Arbeit hier in Deutschland sehr anders sein wird als im Iran“, erinnert sich Husseini Salem an seinen ersten Arbeitstag. Inzwischen hat er sich gut eingelebt: „Obwohl ich ein paar Schwierigkeiten mit der Sprache und der Technik hatte, habe ich schon nach kurzer Zeit positives Feedback von meinem Chef bekommen. Ich habe vielfältige Aufgaben und tolle Kollegen. Deshalb bin ich sehr zufrieden mit meiner Arbeit.“ Mittlerweile hat der Iraner den deutschen Führerschein und pendelt jeden Tag von Herzberg nach Göttingen. Auch im Privaten gab es im letzten Jahr eine Veränderung: mit der Geburt seiner Tochter wurde er zum zweiten Mal Vater. Somit ist das Glück nun in allen Bereichen vollkommen: „Ich habe in Südniedersachsen eine zweite Heimat gefunden und bin sehr glücklich über diese Entwicklungen“.

Von Syrien nach Seelze

Es ist eine Erfolgsgeschichte: Vor drei Jahren flüchtete er aus seiner Heimat Syrien nach Deutschland, vor wenigen Wochen nun hat ihn sein Chef in eine Festanstellung übernommen: Rainer Strickling, Chef des gleichnamigen Werkskundendienstes aus Seelze bei Hannover (links), ist froh, mit Khaldoun Al Meslmani eine gut ausgebildete Fachkraft für sein 20-köpfiges Team gewonnen zu haben. Der 34-jährige Syrer hatte bereits seit Sommer 2018 bei Strickling seine Anpassungsqualifizierung absolviert, also die praktischen und theoretischen Kenntnisse erworben, die ihm noch zur Anerkennung seines Berufsabschlusses als Elektroniker für Geräte und Systeme fehlten. Bei dem Verfahren und vielen weiteren Formalitäten unterstützte Integrationsmoderator Thorsten Peick das Unternehmen und seinen neuen Mitarbeiter.

Rainer Strickling, Chef des gleichnamigen Werkskundendienstes aus Seelze bei Hannover (li.) mit Khaldoun Al Meslmani. Foto: Thorsten Peick
Rainer Strickling, Chef des gleichnamigen Werkskundendienstes aus Seelze bei Hannover (li.) mit Khaldoun Al Meslmani. Foto: Thorsten Peick

Angekommen in Alfeld

Salih Mohamed Suleiman gehörte im Juli 2017 zu den ersten Flüchtlingen, die Integrationsmoderatorin Vaclava Dunovska beim Berufseinstieg unterstützte. Der 28-jährige Sudanese macht inzwischen eine Ausbildung zum Mechatroniker bei der Fagus-GreCon Greten GmbH & Co. KG in Alfeld. Im Februar 2022 wird er die Lehre dort abschließen.

Es ist eine der Erfolgsgeschichten von Vaclava Dunovska, die als Integrationsmoderatorin in den Landkreisen Hildesheim und Holzminden tätig ist. Sie half dem Sudanesen unter anderem dabei, seine Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen, mit denen er sich bei Unternehmen in der Region vorstellen konnte. Im Sudan hatte Salih Suleiman an der Fachhochschule in Khartoum zwei Semester Mechatronik studiert und zudem ein Praktikum als Mechatroniker absolviert. „Danach wurde ich aus politischen Gründen suspendiert. Ich konnte meinen Traumberuf nicht abschließen und musste aus meiner Heimat fliehen“, berichtet der Sudanese. Vaclava Dunovska suchte mit ihm nach passenden Stellen und half bei der Kontaktaufnahme mit Unternehmen. Im Oktober 2017 schickte Salih Suleiman seine Bewerbung an Fagus-GreCon, wo er im Bewerbungsgespräch überzeugte. Nach der Zusage des Unternehmens kümmerte sich die Integrationsmoderatorin um zahlreiche Absprachen zwischen den beteiligten Institutionen wie etwa dem Jobcenter oder dem Arbeitsgeberservice, so dass der junge Sudanese im Februar 2018 seine Einstiegsqualifizierung in Alfeld beginnen konnte. Auch während der Ausbildung, die im September anschloss, unterstützt Vaclava Dunovska, so wie ihre Kollegen in den anderen Regionen, in allen Lebenslagen. Sie stellt Anträge für Unterstützung während der Ausbildung, hilft bei Problemen in der Berufsschule oder bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Über mangelnde Abwechslung kann sie sich in ihrem Job auf jeden Fall nicht beschweren.

Die Integrationsmoderatoren (v.l.n.r.) Vaclava Dunovska, Thorsten Peick und Maria Eiselt. Foto: Georg Thomas
Die Integrationsmoderatoren (v.l.n.r.) Vaclava Dunovska, Thorsten Peick und Maria Eiselt. Foto: Georg Thomas

Die Integrationsmoderatoren haben im Juni 2017 ihre Arbeit aufgenommen. Das vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium finanzierte Projekt endet im Mai diesen Jahres. Das Land Niedersachsen hat allerdings eine Verlängerung um ein Jahr in Aussicht gestellt.

Sie brauchen Unterstützung oder wollen Geflüchteten eine Job-Perspektive bieten? Dann nehmen Sie Kontakt mit den Integrationsmoderatoren auf: Vaclava Dunovska (Hildesheim, Holzminden), Tel. 05121/105-20, dunovska@hannover.ihk.de Maria Eiselt (Göttingen, Northeim), Tel. 0551/70710-23, eiselt@hannover.ihk.de und Thorsten Peick (Hannover), Tel. 0511/3107-540, peick@hannover.ihk.de Mehr Informationen finden Sie hier.