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Wirtschaft für Azubis: Wozu braucht man Gold?

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Foto: Madsack
Gold hat seit jeher eine wichtige Funktion, und dies bleibt auch in Zeiten von Kryptowährungen so. Aber warum?

Neben Aktienkursen, dem Wechselkurs Euro/US-Dollar und den Öl-Preisen ist der Gold-Preis eine der zentralen Kennziffern für die Wirtschaftsentwicklung an den Finanzmärkten. Warum hat ausgerechnet ein Metall, ein chemisches Element (Symbol: Au), eine solch wichtige Funktion?

Gold wird seit mehr als 6000 Jahren als Schmuck genutzt und schon mehr als 2500 Jahre als Zahlungsmittel eingesetzt. Der größte Teil des gehandelten Goldes wird zu Schmuck verarbeitet, vor allem für die Kunden in China und Indien. Nur etwa zehn Prozent des Goldes werden in der Elektronik, Optik und Medizin verwendet. Der hohe Preis von derzeit etwa 36 Euro pro Gramm weckt natürlich Begehrlichkeiten, aber alle Versuche, Gold künstlich herzustellen sind bis jetzt gescheitert. Damit bleibt für die Nachfrage nur, neues Gold zu fördern. Größte Förderländer sind China, Australien, Russland und die USA, wobei bei einer jährlichen Förderung von weltweit gut 3000 Tonnen die bekannten Reserven etwa 20 Jahre ausreichen sollen.

Gold ist für viele aber vor allem eine Wertanlage und ein internationales Zahlungsmittel. Historisch wurde Gold seit Jahrtausenden als Währung eingesetzt. Eine Geldeinheit entsprach einer bestimmten Menge Gold. Da der Goldstandard die Geldmenge und die Staatsverschuldung beschränkte, waren alle Regierungen daran interessiert, den Goldstandard aufzugeben. Bis 1968 waren die Währungen – mit Ausnahme der Kriegszeiten – direkt an den Goldpreis gekoppelt. Heute sind sämtliche Währungen der Welt vom Gold losgelöst und ermöglichten so die große Ausweitung der Geldmengen und der Schulden. Seit 1973 ergibt sich der Goldpreis allein durch Angebot und Nachfrage. Der Goldpreis ist aber seitdem auch vom Ölpreis und vom Kurs des US-Dollars abhängig. Er kann zudem von den Zentralbanken beeinflusst werden, weil diese etwa 20 Prozent der weltweit vorhandenen Goldmenge als Währungsreserve horten.

In Krisenzeiten wird Gold seit Jahrhunderten als stabile Wertanlage gesehen. Der Wert von Gold wird dabei zum einen durch seine relative Seltenheit und durch die Förderkosten bestimmt, zum anderen aber auch durch die Einschätzung der Marktteilnehmer. Private und institutionelle Anleger investieren heute in Gold und in Wertpapiere, die den Goldkurs abbilden. Der Goldpreis ist ein Indikator für das Vertrauen in die Weltkonjunktur. Drohende Krisen lassen den Preis steigen, weltweites Wachstum sorgt tendenziell für nachlassende Goldpreise. Steigende Einkommen und die Einschätzung des Goldschmucks als „wertvoll“ halten den Preis jedoch hoch.

Foto: iStockphoto.comrclassenlayouts
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