Start Unternehmen Dicht Dran 435 Jahre Hahnemühle: Erfolgsgeschichte einer Papiermanufaktur

435 Jahre Hahnemühle: Erfolgsgeschichte einer Papiermanufaktur

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Merten Spieß Haus - die ursprüngliche Papiermühle.
Vor 435 Jahren wurde die Hahnemühle im südniedersächsischen Relliehausen gegründet. Nach Unternehmensangaben ist sie damit die älteste deutsche Künstlerpapierfabrik.

Am 27. Februar 1584 erlaubte der Herzog von Braunschweig den Betrieb einer Papiermühle in Relliehausen am Solling. Papiermacher Merten Spieß, Begünstigter der herzöglichen Genehmigung, machte sich ans Werk und schrieb das erste Kapitel einer bis heute währenden Erfolgsgeschichte.

Begehrt waren seinerzeit vor allem Kanzleipapiere für Urkunden aller Art. Merten Spieß und seine Nachfolger müssen schon damals ein besonderes Händchen für Qualität und Bedürfnisse des Marktes gehabt haben. Anders lässt es sich kaum erklären, dass ausgerechnet diese Manufaktur alle anderen Papiermühlen in der Nähe überlebte, die nach ihr gegründet worden waren. Fast 200 Jahre bleibt die heutige Hahnemühle im Familienbesitz. 1769 erwirbt sie Jacob Andrae aus Osterode. Es schließen sich mehr als 100 weitere Jahre an, bis der Hannoveraner Carl Hahne 1886 Eigentümer wird. Hahne wird Namensgeber und vergrößert den Betrieb auf etwa die heutige Größe. Papiermaschinen halten Einzug.

Inzwischen hat sich das Angebot des südniedersächsischen Unternehmens erweitert: hochwertiges Künstlerpapier ist nun wichtiger Bestandteil des Sortiments. Zu Beginn des 20sten Jahrhunderts beteiligt sich das Unternehmen Schleicher & Schuell aus Düren an der Hahnemühle und wird 1927 ihr alleiniger Eigentümer. Schleicher & Schuell bringt wertvolles Wissen zur Herstellung erstklassiger Filtrationspapiere ein und verlegt in den 1940ger Jahren ihre gesamte Produktion nach Dassel. In die jüngste Unternehmensgeschichte fällt die Entwicklung feinster Künstlerpapiere für Tintenstrahldruck Ende der 1990er Jahre. Die Papiere der „Digital FineArt Collection“ erlauben perfekte Drucke von Fotos oder Reproduktionen auf Papieren mit einmaliger Haltbarkeit und Haptik. Der Bedarf für diese Papiere hat sich in den vergangenen 20 Jahren vervielfacht. Hahnemühle ist bis heute Weltmarkführer im Segment der Fine Art Inkjetpapiere.

Seit 2004 ist Hahnemühle wieder eigenständig, herausgelöst aus dem Verbund der Schleicher & Schuell-Gruppe. Das Portfolio reicht von traditionellen Künstlerpapieren bis zu digitalen FineArt Papieren für Inkjet-Drucke. Die Entwicklung und Produktion technischer Spezialpapiere für Industrie und Forschung ist ein weiterer Schwerpunkt. In allen drei Bereichen verfügt Hahnemühle über herausragendes Know-how und Rezepturen, die sie über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gesammelt und verfeinert hat.

„Ein Unternehmen, das 435 Jahre besteht, hat Innovationsfähigkeit in seinen Genen, sonst hätte es nicht so lange Bestand“, sagt Jan Wölfle, seit Jahresbeginn Geschäftsführer der Hahnemühle. „Ich bin erst kurz hier, aber habe schon verinnerlicht, dass sich dieses Unternehmen immer wieder selbst erfindet. Auf jeden Trend im Künstlerpapiermarkt oder Entwicklung im Bereich Fine Art Printing finden unsere Papierprofis die passende Antwort. Es ist einfach faszinierend, wie vielfältig Papier ist. Wie in den vergangenen Jahrhunderten wird sich Hahnemühle auch in Zukunft neue Geschäftsfelder erschließen und im Markt erfolgreich sein.“

Hahnemühle ist nach eigenen Angaben die älteste deutsche Künstlerpapierfabrik. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Dassel und Niederlassungen in Großbritannien, Frankreich, USA und China beschäftigt weltweit rund 200 Mitarbeiter.

Zum Unternehmensporträt der Hahnemühle im NW-Webmagazin.