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Medien, Macher, Madsack

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Die Madsack Mediengruppe hat ihren Sitz in Hannover-Bemerode. Foto: Nico Herzog
Die Madsack Mediengruppe hat ihren Sitz in Hannover-Bemerode. Foto: Nico Herzog
Die Madsack Mediengruppe feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres 2017 porträtieren wir das Medienhaus, das sich mit seinen 15 Tageszeitungen, 3800 Beschäftigten und vielen neuen Geschäftsfeldern für den Wandel in der Branche gewappnet sieht.

Hannover erschien perfekt für eine neue Zeitung. In vielen deutschen Städten entstanden vor 125 Jahren neue Titel: „Und das gab mir die Idee, mir einen Platz in Deutschland zu suchen, wo eine derartige Gründung noch möglich sei.“ Und so druckte August Madsack hier 1893 die Erstausgabe des Hannoverschen Anzeigers, aus dem später die Hannoversche Allgemeine Zeitung wurde. Mit Mitte 30 hatte der gebürtige Ostpreuße dem russischen Zarenreich den Rücken gekehrt, wo er zuvor in St. Petersburg, Reval und Riga im Verlagswesen gearbeitet hatte. Die Zeitung Madsacks etablierte sich. Nach den schwierigen Jahren des Ersten Weltkriegs zählte sie 1928 mit 112.500 Abonnenten zu den auflagenstärksten Blättern des Deutschen Reiches. Im gleichen Jahr schenkte August Madsack seiner Wahlheimat ein Wahrzeichen: das Anzeiger-Hochhaus. Mit 51 Metern Höhe war es eines der ersten Hochhäuser im Deutschen Reich. Mit seiner markanten Architektur prägt es bis heute das Stadtbild. Hier entstand 1949 auch die erste Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Erst 1974, Luise Madsack hatte kurz zuvor von ihrem Mann Erich die Geschäftsführung übernommen, zogen Verlag und Redaktion nach Bemerode.

Als eines der wenigen Gebäude überstand das 1928 eingeweihte
Als eines der wenigen Gebäude überstand das 1928 eingeweihte
Anzeiger-Hochhaus die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1931. Foto: Wilhelm Ackermann.

Luises Schwiegervater legte in Hannover den Grundstein für ein Medienunternehmen, das heute zu den großen in Deutschland zählt. Neben der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und der Neuen Presse gehören 13 weitere Tageszeitungen in sieben Bundesländern zu Madsack, die täglich etwa 2,5 Millionen Leser Auflage im deutschen Tageszeitungsmarkt belegt die Verlagsgruppe heute Platz fünf. Aus dem Verlag ist im Lauf der Jahrzehnte eine Mediengruppe geworden, die sich weitere Geschäftsfelder erschlossen hat, zum Beispiel die Post & Logistikdienste der Citipost, die Film- und Fernsehtochter TVN Group, die Veranstaltungsagentur Festfabrik oder auch die Madsack Medienagentur, die seit 2014 Verlagspartner der IHK Hannover für die Niedersächsische Wirtschaft ist. Die Agentur kümmert sich um Layout, Anzeigenverkauf und Versand des Magazins – die Beiträge recherchiert und schreibt das IHK-Redaktionsteam um NW-Chefredakteur Klaus Pohlmann.

Zeitung braucht kein Papier: Die Nutzerzahlen
Zeitung braucht kein Papier: Die Nutzerzahlen
der digitalen Angebote der Mediengruppe Madsack sind zuletzt stetig gestiegen. Foto: Madsack Mediengruppe.

Obwohl die Auflagen der Tageszeitungen – nicht nur bei Madsack – seit Jahren schrumpfen, ist das klassische Printgeschäft für die Madsack Mediengruppe, die im Jahr 2017 einen Umsatz von 681 Mio. Euro erwirtschaftete, nach wie vor der wichtigste Geschäftsbereich. Für die Zukunft sieht man sich in Hannover aber gerüstet: „Der digitale Wandel ist der größte Umbruch, den unsere Branche bisher erlebt hat. Wir gestalten diesen Wandel aktiv: Wir treiben die digitale Transformation unserer journalistischen Produkte mit Nachdruck voran und entwickeln bestehende Geschäftsfelder systematisch und strategisch weiter. Zudem erschließen wir uns neue Wachstumsfelder und investieren in junge Unternehmen und erfolgreiche Geschäftsmodelle abseits des klassischen Printgeschäfts“, erklärt Thomas Düffert, Vorsitzender der Madsack-Konzerngeschäftsführung. Seit dem Jahr 2013 steht der 51-Jährige an der Spitze des Konzerns.

Seit 2010 arbeitet Thomas Düffert bei
Seit 2010 arbeitet Thomas Düffert bei Madsack, seit 2013 als Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung. Zuvor hatte er verschiedene Managertätigkeiten bei Gruner & Jahr. Foto: Oliver Reetz

Hannover profitiert vom Redaktionsnetzwerk
Bereits kurz nach seinem Amtsantritt schob er das Zukunftsprogramm Madsack 2018 an. In diesem Zuge wurden die Bereiche Vermarktung, Vertrieb, Logistik und Dienstleistungen
konzernweit gebündelt. Auch die journalistische Zusammenarbeit baute Düffert aus, indem er 2013 das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gründete, das seitdem die überregionalen Inhalte für Zeitungen des Konzerns verfasst. Bereits ein Jahr später belieferte Madsack mit der Neuen Westfälischen auch die erste konzernfremde Zeitung, heute sind es 35 externe Kunden. Mit seinen überregionalen und internationalen Inhalten erreicht das RND täglich mehr als 6,8 Millionen Zeitungsleser. In diesem Jahr stieß das Kölner Verlagshaus DuMont dazu, das mit Madsack gemeinsam die RND Berlin GmbH gründete. Das Redaktionsnetzwerk hat seine Zentrale in Hannover. Es ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Allein im Jahr 2018 sind hier mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen hinzugekommen.Zudem hat die Mediengruppe mit Heinekingmedia ein junges Unternehmen aus dem Bereich Digital Signage und digitale Kommunikation in der Stadt angesiedelt, das sich in einem dynamischen Umfeld stetig weiterentwickelt. In den verschiedenen Geschäftsbereichen arbeiten in der Landeshauptstadt heute etwa 1600 Beschäftigte von insgesamt 3800 im Konzern. Die Mediengruppe beschäftigt fast 800 Journalisten, die sich über alle Themen und Standorte hinweg täglich austauschen.
In Hannover schlägt das Herz der Mediengruppe. Wie sehr zeigte sich am 16. Juni dieses Jahres, als mehr als 50.000 Menschen vor dem Anzeiger-Hochhaus das 125-jährige Bestehen der Madsack Mediengruppe feierten. Ein Volksfest als Geschenk an die Stadt.

Blick über die Schulter beim Team des RND in
Blick über die Schulter beim Team des RND in Hannover. Foto: Michael Wallmueller

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Georg Thomas

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