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Conti-Studie: Mobilität zwischen Beharren und Verändern

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Ein Drittel der Dieselfahrer in Deutschland kann sich den Wechsel auf einen anderen Motorentyp vorstellen. Foto: Continental AG
Ein Drittel der Dieselfahrer in Deutschland kann sich den Wechsel auf einen anderen Motorentyp vorstellen. Foto: Continental AG
Continental hat heute seine Mobilitätsstudie 2018 vorgestellt. Für die Studie hat der Konzern Experten und private Autofahrer aus Deutschland, USA, China und Japan zur Mobilität von morgen befragt.

„Beharrungsvermögen“ war ein Wort, das bei der Präsentation der Continental-Mobilitätsstudie 2018, die den Titel „Wohin geht die Reise? Wege in die Mobilität von morgen?“ trug, immer wieder fiel. Für die am 12. Dezember veröffentlichte Studie hat der hannoversche Automobilzulieferer Logistikexperten, Spediteure, Flottenbetreiber und Fernfahrer sowie private Autofahrer aus Deutschland, USA, China und Japan zu den Trends künftiger Mobilität befragt. Die Ergebnisse sind vielschichtig, und das Wort „Beharrungsvermögen“ gibt dann auch nur eine Seite der Medaille wieder. Vieles ist im Änderungsfluss. Und je nach Land, Alter oder Geschlecht fallen die Ergebnisse zu Fragen wie Stress im Auto, Vorliebe für Antriebe oder automatisiertes Fahren teilweise sogar deutlich auseinander:

Stress oder Spaß? Zwei Drittel der Autofahrer in Deutschland sind wegen verstopfter Straßen und Staus gestresst (die meisten im Umland von Großstädten); ebenso viele Befragte haben aber nach wie vor Spaß beim Fahren und halten sich außerdem für gute bis sehr gute Autofahrer.

Antriebstechnik: Mehr 80 Prozent der Befragten in Deutschland und China, in den USA sogar mehr als 90 Prozent, würden sich bei einem Neukauf wieder für denselben Motorentyp entscheiden, wie er im aktuellen Auto eingesetzt ist. Eine gewisse Wechselbereitschaft gibt es in Japan, wo sich knapp ein Viertel der Befragten vorstellen kann, einen anderen Motorentypen zu nutzen.
Rund ein Drittel der deutschen Dieselfahrer könnte sich einen Wechsel zu einem anderen Motorentyp vorstellen, 17 Prozent haben das fest vor. Neben Dieselfahrern zeigen sich in Deutschland nur junge Fahrer veränderungsbereit: Von den unter 30-Jährigen kann sich jeder Fünfte beim nächsten Fahrzeug einen anderen Motorentyp vorstellen.

Automatisiertes Fahren: Fahrerlose Robo-Taxis würde ein Drittel der befragten Deutschen nutzen, eine Mehrheit ist dagegen derzeit noch etwas skeptisch. Von den deutschen Großstädtern können sich 41 Prozent fahrerloses Taxifahren vorstellen. Knapp zwei Drittel der Deutschen äußern aber auch Ängste mit Blick auf das automatisierte Fahren. Die größte Skepsis haben hierzulande Frauen: Drei Viertel würden nicht in ein Robo-Taxi steigen. Ganz anders die Situation in China, Japan und den USA: Vier von fünf Chinesen können sich vorstellen, ein Robo-Taxi zu benutzen; dies gilt auch für knapp die Hälfte der Menschen in den USA und Japan.

Car-Sharing/Car-Pooling: Die große Mehrheit der Deutschen lehnt Car-Sharing oder Car-Pooling ab und räumt gleichzeitig dem öffentlichen Nahverkehr Vorrang ein.

Fahrerassistenzsysteme: Jeweils etwa zwei Drittel der Autofahrer in Deutschland, den USA und China würden beispielsweise ein System nutzen, das sie bei der Durchfahrt in engen Baustellen unterstützt. Dabei sind die Zustimmungswerte in Deutschland und den USA in den vergangenen fünf Jahren nahezu stabil geblieben, während sie in China von 55 auf 68 Prozent zugenommen haben.

Fahrdaten für Versicherungen: Nur 42 Prozent der Deutschen würden ihre Fahrdaten einer Versicherung zur Verfügung stellen. Eine höhere Bereitschaft hat die Mobilfunkgeneration. Ganz anders die jungen Autofahrer in den USA, von denen zwei Drittel Daten über ihr Fahrverhalten für Angebote von Versicherungen nutzen würden. In China sind es sogar 80 Prozent der Autofahrer und in Japan immerhin gut die Hälfte.

Empfehlungen für Service und Wartung: Den größten Zuspruch finden so genannte Black-Box-Systeme, aus deren Datenspeichern sich nach Unfällen die Fahrsituation rekonstruieren lässt. Jeweils drei von vier Autofahrern in Deutschland und den USA würden solche Unfalldatenspeicher nutzen, zwei Drittel der Japaner und vier von fünf Chinesen. Empfehlungen für Service und Wartung auf Basis vernetzter Fahrzeugdaten sind ebenfalls gefragt, am stärksten in China (80 Prozent) und den USA (70 Prozent). In den USA würden vor allem Frauen einen solchen Service nutzen (79 Prozent). Auch in Japan (67 Prozent) und Deutschland (56 Prozent) gibt es einen entsprechenden Markt.

Für die Continental Mobilitätsstudie 2018 hat das Markt- und Sozialforschungsinstitut Infas im Auftrag von Continental Autofahrer/-innen repräsentativ in Deutschland, USA, Japan und China befragt. Darüber hinaus wurden Experten aus Wissenschaft und Automobilindustrie interviewt.