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Die 90 besten Auszubildenden aus Niedersachsen sind Anfang November bei einer Feierstunde in Hannover ausgezeichnet worden.

Im GOP Varieté-Theater in Hannover standen Anfang November 90 ehemalige Auszubildende aus ganz Niedersachsen im Rampenlicht. Die jungen Frauen und Männer haben ihre Berufsausbildung in diesem Jahr mit der Note „Sehr gut“ abgeschlossen. Deutschlandweit nahmen 2018 rund 350.000 junge Menschen an den bundeseinheitlichen Abschlussprüfungen teil, davon knapp 33000 aus Niedersachsen. „Es ist eine unglaubliche Leistung“, sagte Helmut Streiff, Präsident der IHK Niedersachsen zu Beginn der Veranstaltung zu den 90 Top-Azubis. „Ihr seid die Zukunft der Wirtschaft, ihr seid die Zukunft Deutschlands.“

Die duale Berufsausbildung sei „etwas ganz Tolles“, Deutschland werde dafür im Ausland beneidet. „Auf diesen Zwischenschritt könnt ihr unwahrscheinlich stolz sein. Baut darauf auf, macht weiter.“ Streiff bedankte sich bei den ausbildenden Unternehmen, den  Ausbildern, Berufsschullehrern und bei den Eltern. Den Berufsschullehrern versprach er,
dass sie auch weiterhin die Unterstützung erhielten, die sie brauchten – dies gelte inbesondere auch beim Thema Digitalisierung. Umrahmt wurde die Veranstaltung mit
einem Karrieretalk zwischen N-JOY-Radiomoderator Andreas Kuhlage und dem Braunschweiger Unternehmer Adalbert Wandt. Der Geschäftsführer der Wandt Spedition Transportberatung GmbH und Präsident des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. erinnerte sich an seine Ausbildung zum Speditionskaufmann, die er mit der Note „Gut“ abschloss. „Sehr gut gab es damals nicht“, sagte der  Unternehmer beim Rückblick auf seinen Werdegang. Auf Kuhlages Frage, was einen guten Unternehmer ausmache, antwortete er: „Ein ordentlicher Charakter“ und betonte, wie wichtig es sei, seine Mitarbeiter gut zu behandeln. An die jungen Fachkräfte appellierte er: „Gehen Sie in die Welt, machen Sie, was Sie wollen. Aber kommen Sie bitte nach Niedersachsen zurück – wir brauchen Sie!“ Den jungen Menschen im Publikum sagte er, sie seien jetzt Nachwuchsführungskräfte, und damit hätten sie Verantwortung. Dazu gehöre vor allem, etwas aus der Ausbildung zu machen und die nächste Generation zu fördern. Abschließend riet er den Landesbesten: „Zuhause können Sie Ihr Glück nicht finden. Stellen Sie sich dem Glück in den Weg.“ Und wenn dann etwas schief ginge, dann „Kopf hoch!“ Zusammen mit Dr. Bernd Meier, Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig, die die Landesbestenehrung in diesem Jahr organisiert hat, überreichte Streiff den berufsbesten Absolventinnen und Absolventen aus Niedersachsen Urkunden und Präsente. Für dreizehn der Ausgezeichneten geht die Reise noch weiter: Sie haben auch deutschlandweit die besten Ergebnisse erzielt und wurden Anfang Dezember in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DIHK-Präsident Eric Schweitzer bei der Nationalen Bestenehrung gefeiert. Den 13 niedersächsischen Bundesbesten wünschte Streiff viel Spaß bei dem von Barbara Schöneberger moderierten Festakt im Maritim Hotel Berlin. Bei der rund zweieinhalbstündigen Landesbestenehrung in Hannover entlockte Andreas Kuhlage den Top-Azubis in kurzen Talks die eine oder andere  interessante Information: So berichtete Carolin Olivia Böke, Tourismuskauffrau bei der TUI Deutschland GmbH, dass in diesem Jahr Malta als Tourismusziel sehr gefragt war. Jan Hildenhagen, gelernter Koch aus „Die Insel“ am hannoverschen Maschsee, kocht besonders gern Risotto nach Spezialrezept. Und Gesa Reisch, gelernte Buchhändlerin bei Leuenhagen & Paris in Hannover, empfahl Kuhlage als Lektüre mit historischem Bezug die Bücher von Mechtild Borrmann. Mit jazzig interpretierten alten und neuen Hits sorgte Claudia Burghard mit ihrer Band für musikalische Höhepunkte bei der Veranstaltung. Ebenso wie der Zauberer und Drohnenmagier Jean Olivier, der für seine Show-Einlagen viel Beifall von den rund 250 Gästen im Saal erhielt.

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Die besten Azubis Deutschlands – drei aus dem Bereich der IHK Hannover

Drei Auszubildende aus den Mitgliedsunternehmen der IHK Hannover zählen zu den 213 bundesbesten Auszubildenden, die Anfang Dezember bei der Nationalen Bestenehrung in Berlin ausgezeichnet wurden.

Felix Stolte
Felix Stolte

Felix Stolte, Deutschlands bundesbester Feinoptiker, hat seine dreieinhalbjährige Ausbildung bei der Carl Zeiss CMP GmbH in Göttingen mit Bestnote beendet. Vor seiner Ausbildung hat Felix in Göttingen bereits drei Semester Biologie studiert. Zu seinem Ausbildungsplatz bei Carl Zeiss kam er durch ein zweiwöchiges Praktikum. Nun hat der 24-jährige inen festen Arbeitsvertrag in seinem Ausbildungsunternehmen und arbeitet dort im Bereich der Oberflächenveredelung von Linsen. Und plant seine Zukunft: „Ich informiere mich gerade wie es mit Weiterbildung aussieht, zum Beispiel zum Techniker oder über ein berufsbegleitendes Studium.“ Felix lebt im 300-Seelen-Dorf Iber im Landkreis Northeim. Dort züchtet er Hühner und hat seit Kurzem drei Bienenvölker. Bundesweit haben in diesem Jahr insgesamt 80 junge Menschen an der Abschlussprüfung zum Feinoptiker teilgenommen.

Konstantin Müller heißt der bundesbeste Aufbereitungsmechaniker in der Fachrichtung Sand und Kies. Der 21-Jährige hat sich nach seiner dreijährigen Ausbildung bei der Gebr. Gropengießer GmbH in Wulften im Harz für ein Maschinenbau-Studium entschieden. Jetzt ist er also Student in Freiberg Bundesweit haben in diesem Jahr 21 junge Menschen an der Abschlussprüfung teilgenommen.

Jörg Winkler
Jörg Winkler

Jörg Winkler, Bundesbester im Beruf Fachkraft für Veranstaltungstechnik, hat vor seiner Ausbildung bei musa e.V. (MUSIKarbeitsgemeinschaft) in Göttingen ein Studium der Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen. „Ich war mit dem Studium unglücklich und hatte danach viele Bewerbungsgespräche geführt“, sagt der 35-Jährige rückblickend. Nach  einigen Jahren, in denen er in der Studentenstadt als Tontechniker und ehrenamtlicher Helfer jobbte, entschloss sich Jörg Winkler, eine Ausbildung zu beginnen, bewarb sich bei Musa und wurde genommen. „Das hat mir Spaß gemacht und war absolut die richtige Entscheidung“, sagt er heute. Seit seiner Ausbildung ist Jörg Winkler bei Musa mit 25 Stunden pro Woche festangestellt. Zusammen mit seinen zehn Kollegen organisiert er die Durchführung von Konzerten von Bands wie die Leoniden oder Annenmeykantereit, Theateraufführungen und Lesungen. Insgesamt haben in diesem Jahr bundesweit 1189 junge Menschen an der Abschlussprüfung für den dreijährigen Beruf Fachkraft für Veranstaltungstechnik teilgenommen.

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