Start Unternehmen Dicht Dran Fusion statt Verkauf: Sycor schließt sich mit Allgeier zusammen

Fusion statt Verkauf: Sycor schließt sich mit Allgeier zusammen

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Hauptsitz von Sycor in Göttingen. Foto: Sycor GmbH
Hauptsitz von Sycor in Göttingen. Foto: Sycor GmbH

Der Göttinger IT-Spezialist Sycor soll doch nicht verkauft werden. Stattdessen plant die Otto Bock Holding GmbH & Co. KG ihr Tochterunternehmen mit dem Münchner IT-Spezialisten Allgeier Enterprise Services zu verbinden. Dies teilte Ottobock am 8. November mit. Der Name des neuen Unternehmens in Form einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) wird den Markennamen Sycor enthalten, und die SE ihren Sitz in Göttingen haben. Auf dieser Basis steigen beide Seiten in die Phase der sorgfältigen Prüfung und Analyse der wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Verhältnisse der zwei Unternehmen ein. Ziel ist der zeitnahe Zusammenschluss beider Unternehmen.

„Zwei agile und erfolgreiche Anbieter für IT Dienstleistungen wollen ihre Kräfte bündeln. Das ist gut für beide Unternehmen, ihre Kunden und Mitarbeiter“, sagt Prof. Hans Georg Näder, Geschäftsführender Gesellschafter der Otto Bock Holding. „Und es ist eine gute Nachricht für Südniedersachsen. Denn auch künftig wird eines der deutschen Top-Unternehmen für IT im Mittelstand in Göttingen beheimatet sein.“

Ziel ist es, die gemeinsame Marktposition auszubauen, Synergien zu realisieren und damit insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu steigern. Dazu gehört die sinnvolle gemeinsame Nutzung von Geschäftsbereichen wie Finanzen, Marketing, IT, Personal und Recht in einem sogenannten „Shared Service Center“. Wesentliche Teile dieses Centers sollen in Göttingen ansässig sein.

Gemeinsam können die beiden Firmen dadurch mit über 1.500 Mitarbeitern und einem für das Gesamtjahr 2018 zu erwarteten Umsatzvolumen von mehr als 220 Millionen Euro ihre Zukunftsaussichten am Markt erheblich verbessern.

Das Portfolio ergänzt sich optimal, um die vornehmlich mittelständischen Kunden mit innovativen IT-Lösungen erfolgreich durch deren digitale Transformation zu begleiten. Für Allgeier ist die Sycor GmbH auch aufgrund der jüngsten Entwicklungen der optimale Fusionspartner: Mit inzwischen mehr als 750 Mitarbeitern steigerte Sycor den Umsatz 2017 um knapp 20 Prozent auf 85,1 Millionen Euro.

Die Allgeier Enterprise Services AG erzielte mit etwa 750 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 105 Millionen Euro. Sie ist ein Unternehmensteil der Allgeier SE, einem der führenden deutschen IT-Unternehmen für digitale Transformation. Da man auf die Ressourcen des Allgeier Mutterkonzerns zurückgreifen kann, eröffnet diese Firmenzugehörigkeit den künftig zusammen tätigen Unternehmen erhebliche Verbundvorteile.

Im Geschäftsjahr 2017 erzielte Allgeier einen Konzernumsatz von 574 Millionen Euro. Mit rund 8.000 Mitarbeitern und mehr als 1.400 freiberuflichen Experten bietet Allgeier seinen Kunden ein umfassendes Lösungs- und Leistungsportfolio im IT-Umfeld.

Prof. Näder hatte vor dem angekündigten Verkauf versprochen, für Sycor den „besten neuen Heimathafen“ zu finden.

„Durch diesen Zusammenschluss ergeben sich für Sycor die besten Wachstumsvoraussetzungen“, ordnen die Sycor-Geschäftsführer Rüdiger Krumes und Jochen Schwiersch die neue Situation ein. „Allein durch die Fusion sehen wir uns bereits unter den führenden mittelständischen deutschen Unternehmen im IT-Beratungsmarkt.“

Nach der jetzt geplanten und momentan in Detailverhandlung befindlichen Fusion wird das Portfolio unter der Führung von Allgeier als Mehrheitspartner auch zukünftig Beratungsdienstleistungen von der Strategie- und Prozessberatung bis zur Kompletteinführung sowie Managed Services in den Bereichen Application Management, Hosting und Cloud umfassen. Von der Implementierung, Optimierung, Erweiterung bis hin zum Betrieb können so Unternehmen aus dem Mittelstand und Konzerne die Leistungsfähigkeit ihrer IT-Applikationen sicherstellen.

„Zunächst werden die beiden Unternehmen weiter eigenständig am Markt agieren. In Zukunft wird man im Sinne der Kunden und Mitarbeiter gemeinsam von den Vorteilen der Größe, der Internationalität und des komplementären Know-hows unter der Marke Sycor und vom Sitz in Göttingen profitieren“, erklärte Hubert Rohrer, Vorstand der Allgeier SE und Allgeier Enterprise Services.

Ein gewichtiger Entscheidungspunkt für das Verhandlungsteam, das Herr Prof. Näder persönlich angeführt hat, war die Aussicht, dass bei dieser geplanten Fusion die Marke Sycor, die stark auf Mitarbeiterorientierung basierende Kultur und alle bisherigen Arbeitsplätze der Sycor erhalten bleiben.

Ein besonderes Augenmerk hat Prof. Näder vor allem auf das von Mitarbeitern der Sycor in einer privaten Initiative erarbeitete Konzept für den Kauf der Firma durch die Belegschaft gelegt. „Das Interesse und das Engagement der Sycor-Mitarbeiter hat mich beeindruckt. Aber die sich insgesamt durch die Fusion mit Allgeier ergebenden Vorteile für Sycor, und insbesondere für die Mitarbeiter der Sycor, haben am Ende den Ausschlag gegeben“ führt Prof. Näder dazu aus.

Prof. Näder hält den IT-Markt und das zusammengeschlossene Unternehmen für so attraktiv, dass er auch weiterhin Anteile an der Unternehmung halten wird. Er blickt begeistert in die Zukunft seines mittlerweile 20 Jahre alten Start-ups mit Sitz im niedersächsischen Göttingen: „Mit den Aussichten auf den für 2018 erwarteten Umsatz der Sycor von 100 Millionen Euro und der Stärke der Firma Allgeier stellen wir jetzt die Weichen für eine erfolgreiche und große Zukunft.“

Jochen P. Schwiersch, Geschäftsführung Sycor. Foto: Sycor GmbH
Jochen P. Schwiersch, Geschäftsführung Sycor. Foto: Sycor GmbH
Rüdiger Krumes, Geschäftsführung Sycor. Foto: Sycor GmbH
Rüdiger Krumes, Geschäftsführung Sycor. Foto: Sycor GmbH