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Münzsammlung: Von Krösus bis Karl

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Die aktuelle Jahrhundertmünze: ein Pfennig Karls des Großen (Solidus, Byzantinisches Reich, Michael III., 856-867 n. Chr.). Foto: Museen für Kulturgeschichte Hannover
Die aktuelle Jahrhundertmünze: ein Pfennig Karls des Großen (Solidus, Byzantinisches Reich, Michael III., 856-867 n. Chr.). Foto: Museen für Kulturgeschichte Hannover
Das Museum August Kestner in Hannover präsentiert noch bis April nächsten Jahres Münzen, die die Geschichte ihrer Entstehungszeit emblematisch widerspiegeln, als Jahrhundertmünzen.

Die 100 000 Objekte umfassende Münzen- und Medaillensammlung des hannoverschen Museum August Kestner ist ein kaum zu überblickender Schatz an Weltgeschichte(n): Denn eine historische Münze kann im Kleinformat Auskunft geben über ihre Entstehungszeit. Ausgewählte Münzen, die die Geschichte ihrer Entstehungszeit emblematisch widerspiegeln, präsentiert das Museum August Kestner seit 2015 als Jahrhundertmünze. Die Reihe konzentriert sich – alle drei Monate wechselnd – auf eine Münze und beleuchtet ihren historischen Hintergrund. Den Anfang der Jahrhundertmünzen machte die älteste Münze der Sammlung. Sie wurde im Königreich Lydien in der heutigen Türkei im 6. Jahrhundert vor Christus geprägt.

Nach vierzehn Jahrhunderten Münzgeschichte ist das Museum nun im 9. Jahrhundert nach Christus angelangt: Die aktuelle Jahrhundertmünze (siehe große Abbildung oben) ist ein Pfennig Karls des Großen. Dieser ist als Herrscher des Frankenreiches in Mitteleuropa gut bekannt. Weniger vertraut ist das Byzantinische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel, obwohl es im Mittelalter viel mächtiger und dauerhafter war als das Karolingerreich. Unübertroffen waren das aufwendige Zeremoniell des byzantinischen Hofes sowie die Pracht der kaiserlichen Gewänder. Auf der Vorderseite der Münze ist der Loros des Kaisers Michael III. gut zu erkennen; der Umhang war mit vielen bunten und wertvollen Edelsteinen bestickt und sehr schwer. Nur an Ostern und zu wenigen anderen Gelegenheiten trug der Kaiser dieses Gewand. Übrigens unterschieden sich das Prachtgewand des Kaisers und der Kaiserin kaum. Das Kreuzdiadem und das Feldzeichen in der rechten Hand sind Ausdruck militärischer Macht und christlicher Frömmigkeit. Auf der Rückseite ist ein Brustbild Jesu Christi mit Kreuznimbus zu sehen. Mit der rechten Hand segnet der Sohn Gottes und in der linken Hand hält er ein Evangeliar.

In der Ausstellung „Von Krösus bis Karl – Weltgeschichte in Münzen“, die bis Ende April läuft, treffen die Besucher auf Gold-, Silber- und Bronzemünzen, die außergewöhnlich und berühmt oder geläufig und unscheinbar sind. Die Geldstücke erzählen von Ägyptern, Römern, Parthern und Byzantinern. Sie erinnern an Pharaonen, Kaiser und Heilige. Es sind Schlaglichter, die Aspekte der Weltgeschichte erhellen.