Start Themen Im Fokus Die Freitags-Kolumne: Vertrauen haben

Die Freitags-Kolumne: Vertrauen haben

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Über die Jugend von heute sang die Schottin Amy MacDonald: Wir sagen, was wir wollen. Richtig so.

Konjunktiv II Präteritum Aktiv – wer sich dieser grammatischen Form bedient ist, schnell beim Fußball. Denn so konjugiert wird in der 1. und 3. Person Singular aus „haben“ (zum Beispiel einen Pokal) „hätte“. Was sich bekanntlich auf Fahrradkette reimt.

Hätte eine andere Mannschaft im letzten Sommer . . .? Aber das ist eben (Grammatik!) Präteritum, also Vergangenheit. Darüber nachzudenken bringt rein gar nichts. Auch, wenn gerade eine anders zusammengesetztes deutsches Team erstmals seit längerer Zeit wieder drei Tore in einem Spiel geschossen hat. Etwas jünger waren diese Spieler wohl, und weniger etabliert. Und das ist etwas, worüber nachzudenken sich lohnt: Verdienen nicht überhaupt die Jungen (nein, gemeint sind nicht die Knaben, aber es gibt kein Femininum) grundsätzlich viel mehr Vertrauen? Die Vorbehalte gegenüber der nächsten Generation sind so alt wie die Menschheit. Na gut, das weiß man nicht, aber in der Antike tauchen sie schon auf. Zu den besonders beliebten Vorwürfen gehört ohne Zweifel auch, dass so mancher sprachlich ein Lauch ist. Weil er (oder auch sie) als Smombie ständig aufs Handy starrt. Oder gerne rumoxidiert. Okay, das ist jetzt der übliche Ausflug in die Jugendsprache, wenn wieder mal das Jugendwort des Jahres gekürt wird. Machen Ältere gerne mal, und fühlen sich jünger, wenn sie YOLO verstehen oder wissen, was Swag ist. Aber davon werden sie nicht jünger. Und müssen begreifen: Ja, die reden vielleicht etwas anders, die aus der nächsten oder übernächsten Generation. Aber die werden das schon hinkriegen. Wenn man sie lässt. Nicht nur im Fußball. Sondern überall. pm

Ursprünglich als Wirtschaftspolitisches Streiflicht, später in einer eigenen Rubrik „Streiflichter“: Glossen begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an und hatten schon in Vorgänger-Publikationen ihren Platz. An dieser Stelle finden Sie jeden Freitag eine Glosse in dieser Tradition.