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In der Region vertreten: Vorwerk

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Teppichproduktion bei Vorwerk in Hameln. Foto: Vorwerk
Teppichproduktion bei Vorwerk in Hameln. Foto: Vorwerk
Die Produktion von Teppichen stand am Anfang der Geschichte von Vorwerk in Wuppertal. 1968 zog die Teppichsparte nach Hameln um. Heute ist sie ein Bereich im global tätigen Mischkonzern.

Bezahlbare Bodenbeläge für alle herzustellen: Mit dieser Idee gründeten Carl und Adolf Vorwerk 1883 die „Barmer Teppichfabrik Vorwerk & Co“ in Wuppertal. Der Standort Hameln wurde 1968 etabliert und bald als einziger Produktionsstandort für die Vorwerk-Teppiche ausgewählt. Heute entwickelt und produziert die Vorwerk & Co. Teppichwerke GmbH & Co. KG mit rund 380 Mitarbeitern textile und elastische Bodenbeläge und trägt mit einem Jahresumsatz von 58 Mio. Euro etwa zwei Prozent zum Konzernumsatz bei. In seiner 135-jährigen Geschichte hat sich das Familienunternehmen von einer Teppich-Manufaktur zu einer breit aufgestellten, globalen Gruppe entwickelt. Die Produktpalette umfasst neben Bodenbelägen auch Haushaltsgeräte (Staubsauger Kobold, Küchenmaschine Thermomix), Kosmetika von Jafra, Leasing- und Finanzierungsleistungen der akf-Gruppe sowie Hectas Gebäudedienste. Mit 12 000 Mitarbeitern und rund 633 000 selbstständigen Beratern setzte Vorwerk 2017 rund 2,9 Mrd. Euro um, davon 80 Prozent per Direktvertrieb.

Einige Meilensteine der Teppichfabrik: 1897 bringt Vorwerk die ersten maschinell hergestellten Perserteppiche auf den Markt. Aus der Not der Wirtschaftskrise heraus wird 1929 ein Handstaubsauger entwickelt – anfangs ein Ladenhüter. In dieser Situation trifft der damalige Unternehmensleiter August Mittelsten Scheid eine mutige Entscheidung und führt den Direktvertrieb ein, den sein Sohn Werner in den USA kennengelernt hatte. 1955 entwickelt Vorwerk die Tuft-Technik mit, die flauschige Wohnteppiche in die Wohnzimmer brachte. Anfang der 1980er Jahre lässt Vorwerk Teppiche von international bekannten Künstlern und Designern wie Roy Lichtenstein, David Hockney oder Jean Nouvel entwerfen. 1994 führt Vorwerk die ersten ökologischen Beschichtungen ein. 2011 folgen neuartige textile Freiformfliesen. Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden zunehmend wichtig. Heute sind alle Produkte schadstoffgeprüft und feinstaubbindend und damit für Allergiker geeignet. Vorwerk hat für seine  Bodenbeläge zahlreiche Preise erhalten: Erst im Juni wurde ein Vorwerk-Hartboden beim German Brand Award 2018 als „Winner“ ausgezeichnet.

Der Umsatz der Teppichsparte soll nach einem Einbruch im Jahr 2017 wieder deutlich steigen. Das Sortiment wurde neu strukturiert; im Laufe des Jahres sollen fast 50 neue Produkte in über 1000 Farben eingeführt werden.