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IHK Hannover: Zerstörung in der Bombennacht vor 75 Jahren

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Die Ruine des IHK-Gebäudes vermutlich bei Kriegsende mit Blick auf die "kleine Villa". Dort befinden sich heute Haupteingang und Plenarsaal der IHK.
Traurige Erinnerung: Auch das IHK-Gebäude, damals wie heute am Schiffgraben in Hannover, wurde in der Bombennacht des 9. Oktobers 1943 zerstört, wie große Teile des Stadtgebietes.

Herbst 1968: Die Niedersächsische Wirtschaft erinnert an die Zerstörung des IHK-Gebäudes 25 Jahre zuvor. Am Morgen des 9. Oktober lagen nach einem nächtlichen Bombenangriff große Teile Hannovers in Trümmern. Ein Vierteljahrhundert später ist die Erinnerung noch wach, der unbekannte NW-Autor dürfte selbst Augenzeuge gewesen sein oder stützte sich doch auf Erzählungen deren, die dabei waren. Und er beginnt seinen Bericht nicht, ohne noch einmal auf die Vorspiegelungen des NS-Regimes und dessen entsetzliches Handeln hinzuweisen, vor dessen Folgen nicht nur die Mitarbeiter der IHK an jenem Morgen heute vor 75 Jahren in Hannover standen. Diese Erinnerung, heißt es in der NW, „muss vorangestellt werden, wenn man sich an das traurige Ereignis der Zerstörung der Kammer erinnert, das in diesen Wochen 25 Jahre zurückliegt. Die Kammer war schon im Jahre 1941 durch Bombenangriffe in ihrem nördlichen Flügel schwer beschädigt worden. Nun aber war am Morgen des 9. Oktobers, als sich eine kleine Schar von Mitarbeitern des Kammerdienstes vor dem Gebäude traf, nur noch die völlige Zerstörung festzustellen.
Die da zusammengekommen waren, hatten sich mühsam zu Fuß oder per Rad aus den äußeren Stadtvierteln bis zu Kammer durchgekämpft, eine helle Oktobersonne beschien das Bild der Zerstörung, Rauch stieg aus den Trümmern auf, am schlimmsten mitgenommen war die kleine Schiffgraben-Villa, die durch eine schwere Bombe bis in den Keller hinein vernichtet war. Das Gebäude war bis auf den Keller ausgebrannt und im Hintergrund in der Stadtmitte waren undurchdringliche Rauchwolken der dort weiterbrennenden, völlig zerstörten Gebäude um das Opernhaus herum, in jeden Straßen, in denen in der Nacht Feuertürme jeden Versuch eines Löschens erstickt und die aus den Kellern flutenden, von Bombentreffern Verschonten umgebracht hatten.
Die Kammer ist dann als Dienstbetrieb in verschiedenen Stadtteilen dezentralisiert fortgeführt und auch dort immer wieder ausgebombt worden. Sie fand ihr letztes Quartier im Gebäude der Handwerkskammer, damals Prinzenstraße 20, von wo aus auch der zunächst organisatorische und später auch bauliche Wiederaufbau eingeleitet werden konnte. Viele der Belegschaftsmitglieder, die jene Schreckenstage des Oktobers 1943 erlebten, hatten später den Wunsch, an die alte Stelle zurückkehren zu können, und so wurde dann auch der Wiederaufbau auf dem kammereigenen Grundstück trotz aller entgegenstehenden Bedenken – die Stadtverwaltung hätte die Kammer im Zuge ihrer Wiederaufbaupläne des Stadtinneren gern in die Stadtmitte geholt – in Angriff genommen, wobei die Lage des Grundstücks manche Beschränkungen und Verteuerungen des Wiederaufbaues bedingt. Ein weiteres Grundstück auf dem Schiffgraben, ebenfalls in Trümmern, konnte hinzugekauft werden. An die Stelle der stillen Finkenstraße trat die laute, verkehrsreiche Tangente der Berliner Allee, und nur weniges erinnert noch an die vielleicht glücklichste Zeit der Kammer, deren altes (…) Gebäude vom Frühjahr 1928 bis Oktober 1943 gestanden hat.“