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Geklingelt bei … Edelmut

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Stefan Heinze und Christa-Maria Kühn bei Edelmut in Hannover. Neben gebrauchter Bekleidung bekommen die Kunden dort auch einen Kaffee oder ein tröstendes Wort. Foto: Barbara Dörmer
Stefan Heinze und Christa-Maria Kühn bei Edelmut in Hannover. Neben gebrauchter Bekleidung bekommen die Kunden dort auch einen Kaffee oder ein tröstendes Wort. Foto: Barbara Dörmer
Vor sechs Jahren eröffnete die erste Edelmut-Secondhand-Boutique in Großburgwedel. 2016 kam in Hannover nahe der Lister Meile, im früheren Zweitausendeins-Laden, eine zweite dazu. Träger der Läden, in denen ehrenamtliche Mitarbeiter gespendete, hochpreisige Damen- und Herrenbekleidung, Schmuck, Wohnaccessoires und fair gehandelte Produkte verkaufen, ist das Diakonische Werk Hannover. Die Einnahmen kommen sozialen Projekten im Umfeld zugute. In Osnabrück wird im November eine dritte Boutique an den Start gehen, in Hameln werden Gespräche geführt.

Wobei stören wir Sie gerade?
Christa-Maria Kühn: Sie stören gar nicht. Wir freuen uns über Kunden oder Menschen, die zu uns in den Laden kommen und schauen – oder einen Kaffee trinken.

Was ist Ihr Kerngeschäft?
Stefan Heinze: Unser Kerngeschäft ist, dass Ware im Warenkreislauf erhalten werden soll, weil sie gut ist, weil sie schön ist. Wir versuchen, Käufer zu finden, die die Sachen gut und gerne gebrauchen können. Wir wollen so die Ökobilanz der einzelnen Produkte verbessern. Das Geld, das mit diesem Warenkreislauf gewonnen wird, investieren wir zu 100 Prozent am Standort – etwa für Wohnungslose, Kinder in Not oder die Kirchengemeinde vor Ort. Die Idee ist, alles regional zu halten.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie?
Christa-Maria Kühn: Aktuell sind es 74 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Stefan Heinze als Geschäftsführer der Edelmut Hannover gGmbH.

Wofür möchten Sie werben?
Christa-Maria Kühn: Ich werbe im Bekannten- und Freundeskreis dafür, dass sie hierher kommen, sich umschauen und etwas kaufen und auch ihre Kleider- und sonstigen Spenden bei uns abgeben können. Und auch dafür, dass wir soziale Einrichtungen in der Region Hannover unterstützen. Und für Nachhaltigkeit – das Erhalten schöner Sachen. Es ist toll, wenn die Kunden sich freuen, wenn sie etwas Schönes gefunden haben. Oft werden wir auch gefragt, ob sie es tragen können und ihnen das Kleidungsstück gut steht. Das macht uns dann wieder eine besondere Freude. Einige Kunden haben auch Gesprächsbedarf und schütten ihr Herz aus. Für Gespräche ist unser großer Tisch besonders gut geeignet. Hier können unsere Kunden einen guten Kaffee oder einen leckeren Cappuccino genießen.

Was verbindet Sie mit der IHK?
Stefan Heinze: Wir sind gar kein Gewerbe, das zur IHK gehört. Aber über die Mitglieder gibt es Verbindungen. Firmen engagieren sich beispielsweise, indem sie von ihren Mitarbeitern Kleidungsstücke sammeln und uns diese dann bringen. Auch Waschsalons bringen uns Sachen, bei denen die Abholfrist abgelaufen ist. Bei uns gibt es dafür eine sinnvolle Verwendung. In England ist man da viel weiter. Da gäbe es 20 Läden dieser Art in einer Stadt so groß wir Hannover.

Aufgezeichnet von Barbara Dörmer.