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B83 Sperrung ist schlimmer als gedacht

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Die von der Sperrung Betroffenen hätten sich eine schnellere Lösung gewünscht - aber es gibt keine. Komplett befahrbar ist die B83 erst wieder Ende 2020. Foto: Müntefering
Die von der Sperrung Betroffenen hätten sich eine schnellere Lösung gewünscht - aber es gibt keine. Komplett befahrbar ist die B83 erst wieder Ende 2020. Foto: Müntefering
Da die Schäden an der Felswand bei Pegestorf noch gravierender sind, wird es keine vorübergehende Öffnung der Bundesstraße 83 geben, die Bodenwerder mit Holzminden verbindet. Die Bauarbeiten sind viel aufwendiger als gedacht.

Die Bundesstraße 83, die Bodenwerder mit Holzminden verbindet, wird bei der Ortschaft Pegestorf nun doch bis voraussichtlich Ende des Jahres 2020 komplett gesperrt bleiben. Die in Aussicht gestellte, vorübergehende Freigabe der Straße über den Winter, nach Abschluss der dort zurzeit stattfindenden Sofortsicherungsmaßnahmen des Hangs, wird es nicht geben. Dies teilte Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, auf Nachfrage mit.

Bei genaueren Untersuchungen nach Entfernung des Hangbewuchses ist festgestellt worden, dass anders als bei der Begutachtung im Frühjahr erkennbar, die Erosionsschäden wesentlich gravierender sind und die Sicherungsarbeiten deshalb länger dauern werden.

Die Bundesstraße 83 war im Frühjahr gesperrt worden, nachdem die Schäden am Hang neben der Straße festgestellt worden waren. Aufgrund der erheblichen Gefährdung der Verkehrsteilnehmer war dieser Schritt unumgänglich. Da der Hang als FFH-Gebiet ausgewiesen ist und seltene Tiere – unter anderem den Schmetterling „Spanische Flagge“ – beheimatet, stand zunächst in Frage, ob überhaupt eine Sanierung des Hanges durchgeführt werden dürfe. Nach einem „Runden Tisch“ wurden zur Gefahrenabwehr Sofortsicherungsmaßnahmen eingeleitet, die auch ohne umfangreiche Planverfahren rechtlich zulässig sind. Gleichzeitig wurden für eine umfassende Sanierung die notwendige FFH-Verträglichkeitsuntersuchung und die Planfeststellung eingeleitet und, anders als allgemein üblich, bereits mit der Ausführungsplanung begonnen. Bei diesen zwingend notwendigen Arbeiten sei man laut der Behörde gut im Zeitplan. Ziel ist es schnellstmöglich – geplant ist Mitte kommenden Jahres – die rechtlichen Voraussetzungen zu erhalten, um mit den Hauptsicherungsmaßnahmen zu beginnen.

Die Straße während dieser Arbeiten halbseitig freizugeben, würde die Arbeiten um ein weiteres Jahr verzögern. Außerdem würde eine Ampel für lange Wartezeiten sorgen.