Start Unternehmen Dicht Dran Bit – App – KI: Digitale Tennis-Revolution

Bit – App – KI: Digitale Tennis-Revolution

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Foto: Wingfield GmbH
Foto: Wingfield GmbH
Plattform-Ökonomie im Sport: Die hannoversche Wingfield GmbH will Tennisspielern jeder Leistungsklasse digitale Unterstützung bieten.

Digitale Trainingsunterstützung für Tennisspieler jeder Leistungsstufe, und zwar mit weltweiter Perspektive: Das dürfte in einem Satz das beschreiben, was die Gründer der Wingfield GmbH aufbauen wollen. Und dabei haben sie, man kommt einfach an den Sprachbildern aus dem Tennis nicht vorbei, schon ein paar Satzbälle verwandelt: In diesem Sommer meldete Wingfield, dass unter anderem die Enkel des Adidas-Gründers Adolf Dassler beim hannoverschen Start-up eingestiegen sind. Insgesamt haben Investoren dem Team um Ex-Tennisprofi Maik Burlage jetzt 1,2 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Zu den Geldgebern zählen auch der von EnjoyVenture gemanagte Hannover Beteiligungsfonds (HBF), eine Tochter der hannoverimpuls GmbH. Zuvor hatte Wingfield bereits den Gründungswettbewerb von Hannoverimpuls und Sparkasse Hannover gewonnen. Jetzt müssen die Macher des Unternehmens den Matchball verwandeln: In diesem Herbst soll ihr System auf den Markt kommen.

Und dieses System besteht zunächst aus der Wingfield Box, die am Netzpfosten befestigt wird. Über einen QR-Code melden sich die Spieler an. Ausgestattet mit zwei HD-Kameras und einer Prozessoreinheit sammelt die Box dann Spieldaten, die im Hintergrund von lernfähigen Algorithmen ausgewertet werden: Punkte, Fehler, Ballgeschwindigkeit, Spin. Die Spielanalyse samt Tipps erhält der Spieler aufs Smartphone oder kann die Daten mit seinem Trainer teilen. Vorbild für die Technik sind so genannte Smart Courts, die Burlage und Mitgründer Jaan Brunken aus ihrer Zeit als Tennisprofis kannten.

Auf lange Sicht wollen die hannoverschen Gründer 200 000 Tennisplätze im Amateurbereich gegen eine geringe Servicepauschale mit ihrer Box ausstatten. Zur Haupteinnahmequelle soll dann aber die App werden, wie Burlage erläutert: „Weltweit gibt es 50 Millionen aktive Tennisspieler. Mit unserer Software wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, ihr Spiel zu analysieren und sich gegenseitig zu verbessern.“