Start Service International Ein erster Zwischenstand bei der Zusammenarbeit mit Kolumbien

Ein erster Zwischenstand bei der Zusammenarbeit mit Kolumbien

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Foto: Tilman Brunner
Foto: Tilman Brunner

Termin in Medellin: Es ging um die Bewertung der ersten Projektphase der Partnerschaft zwischen der IHK Hannover und den fünf Partnerkammern in Antioquia. Dabei präsentierte die Kammer Medellin einen Ansatz, mit dem sie die Kaffeeproduktion im nördlichen Teil ihres Bezirks stärken will. Beispielhaft zeigte Juan Felipe Jaimes seine Produktpalette Jaimes ist Gründer des Kaffeeanbieters Lavaive. Die Bohnen werden in der Region Medellin geerntet und selbst geröstet. Um den Geschmack voll zur Entfaltung kommen zu lassen, wurden eigens hohlwandige Trinkbecher aus Keramik entwickelt. Durch das Gemeinschaftsprojekt erhielt der Gründer sowohl Marktstudien als auch Beratung bei der Gründung und Entwicklung seines Unternehmens – ohne beides wäre seine Vorhaben nicht möglich gewesen, sagt er selbst.

Vor genau zwei Jahren lief die Partnerschaft zwischen Hannover und den fünf kolumbianischen Kammern an. Im Juni waren Vertreter der IHK Hannover in Kolumbien, um sich an allen Standorten – neben Medellin sind das Aburra Sur, Urabá, Oriente und Puerte Berrio/ Maceo – über die Fortschritte zu informieren. Die Provinz Antioquia liegt nordwestlich der Hauptstadt Bogotá und ist wirtschaftlich geprägt durch einen starken Mittelstand und Schwerpunkte im Bereich des Anbaus von Kakao und Kaffee. Außerdem spielt die Milchwirtschaft ein große Rolle.

Juan Felipe Jaimes steht mit seinem Unternehmen für das, was die Partnerschaft erreichen will: Die Gründung kleiner oder sogar kleinster Unternehmen. Das ist einer noch vom Bürgerkrieg gezeichneten Region auch über die wirtschaftliche Bedeutung hinaus wichtig. Zu Unternehmen wie Jaimes‘ Lavaive,die beispielsweise Kaffee und Kakao als Spezialitäten oder in Marktnischen anbieten, kann das Projekt aber auch Kontakte mit niedersächsischen Unternehmen vermitteln. Bereits in diesem Monat kommt eine Gruppe mit Vertretern kleiner Kakao-Manufakturen nach Deutschland, um sich weiterzubilden und ihre Produkte fit für den niedersächsischen – oder deutschen – Markt zu machen. Sie werden im Rahmen ihres Aufenthalts in Deutschland in der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft in Solingen eine einwöchige Schulung absolvieren. Es geht darum, ihre Kakaoprodukte nicht nur an den in Deutschland geltenden lebensmittelrechtlichen Vorgaben auszurichten, sondern auch am Geschmack deutscher Schokoladenliebhaber.

Wie wichtig gerade der Kakao für die Region ist, zeigt sich allein daran, dass im Rahmen des Partnerprojektes die Ruta del Cacao, die Straße des Kakaos, in Teilen der Region ausgerufen wurde – mit dem Schwerpunkt auf ökologischem Anbau. Sie soll auch touristische Wirkung entfalten.

Die IHK Hannover und Handelskammer Medellín für Antioquia haben 2016 eine Zusammenarbeit gestartet, die fünf Handelskammern der Region im Nordwesten Kolumbiens einbezieht und die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Unternehmen in der Region fördern soll. Auch das Angebot der kolumbianischen Kammern wird gestärkt. Für niedersächsische Unternehmen bietet die Kooperation direkten Kontakt zu Anbietern von Kaffee, Kakao und Milchprodukten. Zu Querschnittsthemen wie Industrialisierung, Innovation, Tourismus und Wettbewerbsfähigkeit wird die IHK Hannover ihre Expertise einbringen.

Kontakt: IHK Hannover, Beate Rausch, Tel. 0511/3107-431 rausch@hannover.ihk.de