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Industrie 4.0 – Auf jeden Fall weiter fördern

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Nachträglich Anlagen so ausrüsten, dass man Daten sammeln kann: Ein Projekt des Kompetenzzentrums bei Rehm Dichtungen Ehlers. Foto:
Schulterschluss: Genau an dem Tag, als das Industrie 4.0-Kompetenzzentrum seinen Antrag auf weitere Förderung für die kommenden zwei Jahre nach Berlin schickte, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Horst Schrage in einer gemeinsamen Pressekonferenz dessen hohe Bedeutung für die Wirtschaft.

Die IHK Hannover macht sich stark für das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hannover: Mitte August hat das Zentrum beim Bund den Antrag für die neue, zweijährige Förderperiode eingereicht, die Ende des Jahres beginnt. Es geht um eine Summe von rund 3,6 Mio. Euro. Dr. Michael Rehe, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums, zeigte sich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der IHK Hannover allerdings sehr zuversichtlich, dass es mit der Weiterförderung durch den Bund bis Ende 2020 klappt. Mit einer Entscheidung rechnet er in den kommenden Wochen. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Horst Schrage betonte die Bedeutung des Kompetenzzentrums, wenn es um die Digitalisierung des niedersächsischen Mittelstandes geht. Die IHK geht davon aus, dass über 80 Prozent der mittelständischen Unternehmen mittelfristig weitere Hilfe bei der Digitalisierung brauchen. Entsprechend appellierte Schrage an Bund und Land, diese Schnittstelle für den Know-how-Transfer in Niedersachsen zu erhalten und auszubauen. Nach 2020 wird, so der Stand heute, die Bundesförderung nicht fortgesetzt; der IHK-Hauptgeschäftsführer rückte damit eine Weiterförderung durch das Land in den Fokus. Bislang erhielt das Kompetenzzentrum rund 5,4 Mio. Euro aus Berlin. Zwölf Mitarbeiter und mehr als 20 freie Dozenten begleiten niedersächsische Unternehmen bei der digitalen Transformation.

Dr. Michael Rehe. Geschäftsführer des Industrie 4.0-Kompetenzzentrums. Foto:

Bei den Angeboten für Unternehmen im Land nimmt das in Hannover angesiedelte Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eine zentrale Position ein (vgl. Übersicht Seite 32/33). Vor zweieinhalb Jahren ging es als eines der ersten von heute bundesweit 23 Zentren an den Start. Seitdem nutzten mehr als 16 000 Interessenten aus mittelständischen Unternehmen Angebote des Zentrums. Rund 1000 Teilnehmer haben Schulungen besucht. In 380 Firmengesprächen – davon immerhin jedes dritte im Bereich der IHK Hannover – erhielten Unternehmen Impulse für die Digitalisierung: Oft eine Initialzündung, so Michael Rehe, um Projekte dann selbstständig weiter voranzutreiben. Bei 20 Modellprojekten hat das Zentrum die Umsetzung in den Unternehmen aber auch fachlich begleitet und betreut. Eines davon wurde in Preine bei der Rehm Dichtungen Ehlers GmbH umgesetzt, wo Anlagen nachträglich mit Sensorik ausgerüstet wurden, um Produktionsdaten zu gewinnen (siehe Seite 16). Ein anderes lief bei der Hamelner Schubs GmbH, einem Hersteller von Steuerungstechnik und Schaltschränken. Ziel war es, über ein digitales Assistenzsystem die Montage auch durch ungelernte Mitarbeiter und Arbeitnehmer mit Behinderungen zu ermöglichen. Bei solchen Projekten kommen weitere Partner ins Spiel, etwas das Produktionstechnische Zentrum (PZH) in Garbsen oder das IPH, das Institut für Integrierte Produktion in Hannover-Marienwerder. Beide gehören auch zu den so genannten Expertenfabriken. Davon gibt es in Niedersachsen insgesamt neun, mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Auf dem Messegelände in Hannover zeigt das Kompetenzzentrum, was Industrie 4.0 in einer Produktionslandschaft konkret bedeutet. Maschinen und Arbeitsplätze sind in der „Generalfabrik“ über ein eigenes Netzwerk miteinander verbunden. Digitalisierte Produktion zum Anfassen bietet auch ein eigens umgebauter Bus.

Horst Schrage betonte die Bedeutung des Kompetenzzentrums, das die IHK jetzt im dritten Jahr der Zusammenarbeit begleitet: „Ein herausragendes Beispiel, wie das Know-how aus wissenschaftlichen Einrichtungen in erfolgreiche Netzwerkarbeit übertragen werden kann.“ Man arbeite Hand in Hand mit dem Zentrum zusammen, wobei die IHK ihre Rolle darin sieht, das Kompetenzzentrum mit den IHK-Mitgliedsunternehmen in ihrer gesamten Region zusammenzubringen. Als Kooperationspartner hat die IHK bereits rund 30 Veranstaltungen mit über 1200 Teilnehmern organisiert. Gerade erst wurde in Südniedersachsen, in Hildesheim und Diepholz ein neues Angebot mit Workshops und kostenlosen Firmengesprächen vor Ort gestartet.

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IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Horst Schrage. Foto:

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