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    Hitzegeschichte: Warum man bei Simficient jetzt nicht ins Büro muss

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    Offensichtlich gerade nicht im Büro: Smificient-Chefin Julia Thalhammer.
    Jetzt im Kühlen arbeiten: Simficient macht’s vor. Bei diesem jungen Unternehmen aus Hannover gibt es keinen Bürozwang.

    Heiß im Büro? Da flattert diese Pressemitteilung ja genau passend ins Redaktionspostfach: Bei der simficient GmbH entscheidet jeder selbst, ob er den Tag lieber im Biergarten oder am Strand verbringt. Im hannoverschen IT-Startup, zuhause im Wissenschaftspark Marienwerder, herrsche kein Bürozwang, teilen uns die Gründer mit. Schön für sie – fast könnte man glauben, da klingt ein „ätsch“ durch. Aber wir bringen die Simficient-Geschichte natürlich trotzdem.

    Bürozwang ist für Simficient-Gründerin, Informatik-Spezialistin Julia Thalhammer, Schnee – wie schön allein das Winterwort klingt! – von gestern: „Wo wir unsere jeweiligen Aufgaben erledigen, das entscheidet bei uns vom ersten Tag an jeder selbst. Wir treffen uns einmal pro Woche“, beschreibt die Unternehmerin die Struktur der Zusammenarbeit in ihrem Unternehmen.

    Ihr 2015 gegründetes IT-Unternehmen hat sich auf Prozessautomatisierungen in Unternehmen spezialisiert. Von Hotel bis Industrie, von Einkauf über Service bis hin zu Lieferketten. Was bisher mit Papier abgewickelt wurde, wird von Simficient automatisiert. Thalhammer ist IT-Spezialistin und strukturiert für ihre Kunden Prozesse digital neu – vom Urlaubsantrag bis zum Vergabeverfahren eines Kitaplatzes. Alles lässt sich digital effizienter und schneller abbilden: Digitale Transformation eben. Das Ziel: individuell optimale Lösungen mit viel Programmieraufwand. Mittlerweile hat Simficient sechs festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die nächste Stelle soll zum Jahreswechsel dazukommen.

    Ob im Waschsalon, am Strand, im Garten oder wo auch immer – nicht das Wo ist für die Geschäftsführerin entscheidend, sondern das Wie: Der dringende Termin in der Autowerkstatt, ein Arzttermin oder Streik in der Kita der Kinder? Jeder Mitarbeiter organisiert sich seinen Tag selbst, kennt eben auch seine beruflichen Aufgaben und Termine. Und kann der Bürohitze entkommen. Julia Thalhammer, selbst Mutter einer eineinhalbjährigen Tochter, ist überzeugt von diesem Konzept: „Wir machen damit nur beste Erfahrungen. Wir sprechen fast täglich miteinander, aber wir müssen uns dafür nicht bei der Arbeit sehen. Bei neuen Mitarbeitern vereinbaren wir in der Regel ein halbes Jahr Probezeit, man merkt sehr schnell, ob sich jemand verlässlich gut organisieren kann.“

    „Die Erfolgsgeschichte von Simficient zeigt deutlich, welch immenses Potenzial Startups für die gesamte Arbeitswelt mitbringen. Unternehmen wie die simficient GmbH haben den Paradigmenwechsel in der Mitarbeiterführung längst innovativ eingeleitet“, so Dr. Adolf M. Kopp, Geschäftsführer von Hannoverimpuls, das die Entwicklung des jungen hannoverschen Startups begleitet. Unter anderem hat Julia Thalhammer mit ihrer IT-Gründungsidee vor drei Jahren beim Plug & Work-Wettbewerb von Hannoverimpuls bezuschusste Büroräume gewonnen. Diese Büros im Technologie-Zentrum in Hannover sind quasi die Homebase der Firma. Manchmal arbeitet ein Mitarbeiter auch lieber hier als zu Hause. Doch bei Temperaturen wie jetzt gerade? Chefin Thalhammer hat einen großen Garten, doch in diesen superheißen Tagen ist sie auch da wenig zu finden: „Selbst draußen ist es mir gerade zu heiß, ich sitze lieber im kühlen Home-Office.“