Start Themen Vor Ort 150 Jahre Niedersächsische Wirtschaft – im Spiegel der Anzeigen

150 Jahre Niedersächsische Wirtschaft – im Spiegel der Anzeigen

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Hannoversches Gewerbeblatt 1893 - Hofbuchdruckerei Gebrüder Jänecke: Als diese Anzeige erschien, war das Unternehmen der Jänecke-Brüder bereits 66 Jahre alt. 1827 gegründet, war es nicht nur Druckerei, sondern auch Zeitungs- und Zeitschriftenverlag: Bei Jänecke erschienen der Hannoversche Courier und auch das Gewerbeblatt.
Hannoversches Gewerbeblatt 1893 - Hofbuchdruckerei Gebrüder Jänecke: Als diese Anzeige erschien, war das Unternehmen der Jänecke-Brüder bereits 66 Jahre alt. 1827 gegründet, war es nicht nur Druckerei, sondern auch Zeitungs- und Zeitschriftenverlag: Bei Jänecke erschienen der Hannoversche Courier und auch das Gewerbeblatt.
Der früheste Vorläufer der Niedersächsischen Wirtschaft erschien im März 1868. Und von der ersten Ausgabe an waren Anzeigen Teil des damaligen Handelskammer-Organs. Anfang des 20. Jahrhunderts war Hannover eine Hochburg der Werbegrafik, verbunden vor allem mit dem Namen der Künstlerin Änne Koken und Unternehmen wie Pelikan, Bahlsen, Appel oder VSM. Im Jubiläumsjahr der NW blicken wir zurück auf Anzeigenmotive aus 150 Jahren. Aktuell: Hofbuchdruckerei Gebrüder Jänecke, 1893.

Die drucken alles. Und die machen auch sonst alles rund um das Druckereigewerbe: Nichts anderes besagt diese Anzeige der Hofbuchdruckerei Gebrüder Jänecke aus dem Hannoverschen Gewerbeblatt des Jahres 1893. Das Gewerbeblatt übrigens druckte und verlegte Jänecke auch, ebenso wie eine der damaligen hannoverschen Tageszeitungen, den Hannoverschen Courier. Damit steckt in dieser Anzeige auch ein Stück Zeitungsgeschichte: Das Blatt, später unter dem Namen Hannoverscher Kurier, erschien bis 1941, allerdings da schon nicht mehr bei Jänecke, und wurde zusammengelegt mit dem Hannoverschen Tageblatt. Rund 50 Jahre
vor dieser Zwangsfusion war der Courier aber noch die Zeitung der Druckerei Jänecke, die in ihrer Anzeige jeden Raum nutzt, um zu beschreiben, was sie
so alles macht. Und dann wäre da noch etwas: Auch die Druckfarben kamen aus der Familie. Nur 15 Jahre nach der Druckerei gründeten die Gebrüder Jänecke zusammen
mit Friedrich Schneemann 1843 den Farbenhersteller Jänecke + Schneemann, der heute in Sehnde seinen Sitz hat. Die Druckerei aber gibt es nicht mehr.

Die erste überhaupt in einer hannoverschen IHK-Publikation veröffentlichte Anzeige kam aus Braunschweig: Im März 1868 warb die Maschinenbau-Anstalt Fr. Seele & Comp. in der Erstausgabe des Hannoverschen Wochenblatts für Handel und Gewerbe - Vorläufer der NW, wie Seele Vorgänger der Braunschweigischen Maschinenbauanstalt AG, kurz BMA, ist.
Werbung war wichtig für die hannoverschen Sichel-Werke: Nicht nur, dass das Unternehmen selbst erfolgreich warb – wie hier 1950 in der NW. Sondern auch, weil die bei Sichel entwickelten Leime und Kleister für Verpackungen zusammenhielten oder Etiketten haften ließen. Seit 1962 sind die ehemaligen Sichel-Werke Teil des Henkel-Konzerns und nach wie vor Produktionsstandort.
Mit dieser EKHA-Anzeige aus dem Wirtschaftsblatt Niedersachsen des Jahres 1929 taucht man sofort in die Wirtschaftsgeschichte des Landes ein: Geschäftsbücher waren lange deutschland-, ja europaweit ein Top-Produkt aus Hannover. Neben Edler & Krische sorgten dafür Unternehmen wie König & Ebhardt, ebenfalls gegründet 1845. Übrigens erfand Wilhelm Krische, Sohn des EKAHA-Gründers, nicht Geringeres als den weltweit ersten Kunststoff.
Jede Menge Schleifscheiben bilden in dieser Anzeige den passenden Rahmen für die Werbebotschaft der Vereinigten Schmirgel- und Maschinenfabriken AG, kurz VSM. Die Anzeige erschien um 1920 im NW-Vorläufer „Nachrichten für Handel und Gewerbe“ der Handelskammer Hannover. Damals war der Schleifmittelhersteller schon weit über 50 Jahre alt, technologisch bereits führend und international aufgestellt. Heute prägt VSM nach wie vor den hannoverschen Stadtteil Hainholz, beschäftigt einige Hundert Mitarbeiter und verkauft Schleifmittel in mehr als ein Dutzend Vertriebsstandorte in alle Welt.
Vielleicht eines der schönsten Anzeigenmotive in der Geschichte der NW und ihrer Vorläufer: So warb Borgward 1951 - mit dem ganzen Charme des beginnenden Wirtschaftswunders. Gerade erst ist die Marke wiederbelebt worden.