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Fagus-GreCon: Viele Neuigkeiten

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Fagus-GreCon. Foto: Klaus Pohlmann
Geschäftsführer Uwe Kahmann und Marketing-Leitering Susanne Buchner-Nagel - unter dem Gropius-Knoten: Die Trägerkonstruktion ist wichtig für die großzügigen Fensterflächen.
Umsatzwachstum, mehr Mitarbeiter, Pläne für eine neue Produktionshalle, ein neu aufgestellter Geschäftsbereich in neuen Räumen im Gropius-Bau in Alfeld: Uwe Kahmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Fagus-Grecon Greten GmbH & Co. KG, kam mit einem ganzen Bündel an Neuigkeiten im Gepäck. Und streute zusätzlich die eine oder andere Produktneuheit ein.

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Bei Fagus-GreCon in Alfeld dreht sich unvermeidlich eine ganze Menge um das Gebäude: die vom späteren Bauhaus-Architekten Walter Gropius entworfene und vom Unternehmer Carl Benscheidt als Bauherrn 1911 errichtete Fabrikanlage. Als Weltkulturerbe ist die Gebäudeanlage bei Fagus-GreCon sogar ein eigener Geschäftsbereich mit 20.000 Besuchern pro Jahr und täglich im Schnitt zwei Führungen – in der Woche sogar während laufender Produktion, „das muss man als Unternehmen erst mal leisten“, so Geschäftsführer Uwe Kahmann.

Er stellte beim Jahrespressegespräch in Alfeld aber einen anderen Aspekt des Gebäudes heraus, verbunden mit einem Anfang des Jahres neu aufgestellten Geschäftsbereich: Inspektion. Hier geht es um einen hoch spezialisierten Teil der Messetechnik. Mittels Röntgentechnik werden Fremdkörper beispielsweise zwischen Holzspänen gefunden, die bei der Herstellung von Spanplatten stören. Ebenso arbeitet diese Business Unit an Systemen, bei denen Kameras eingesetzt werden, um die Qualität von Oberflächen zu prüfen. Die Mitarbeiter dieses Bereichs sitzen jetzt zusammen in einem Teil des historischen Gebäudes, der an dieser Stelle im Inneren mit 40 Arbeitsplätzen neu gestaltet wurde. Das zahlt sich aus, wie Uwe Kahmann sagt: „Sehr kommunikativ und produktiv, die Ideen sprudeln nur so.“

Foto: Klaus Pohlmann
Uwe Kahmann und Susanne Buchner-Nagel.

Für sprudelnde Ideen macht man in Alfeld einiges: Unter anderem investiert Fagus-GreCon regelmäßig zwischen acht und zehn Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Das entspreche etwa dem Doppelten des Branchendurchschnitts im Maschinenbau, so Kahmann. Die aktuelle Lage des Unternehmen fasst er kurz und trocken zusammen: „Uns geht’s gut.“ Mit Zahlen ist er aus Wettbewerbsgründen zurückhaltend, aber immerhin so viel: Der Umsatz liege in einer Größenordnung „etwas unter 100 Mio. Euro in der Gruppe“. Das Umsatzwachstum 2017 bezifferte er auf knapp 20 Prozent über Vorjahresniveau, und im ersten Halbjahr dieses Jahres wuchs Fagus-GreCon einstellig. Der Auftragseingang stieg noch deutlich stärker, „eine gute Vorlage für das zweite Halbjahr.“ Weltweit beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 600 Mitarbeiter, davon 370 in Alfeld. Auf dieser Grundlage plant Fagus-GreCon den Bau einer weiteren Produktionshalle, die möglichst in der ersten Hälfte kommenden Jahres in Betrieb genommen werden.

Neben dem traditionellen Fagus-Bereich, der Herstellung von Leisten für die Schuhproduktion, kommt aus Alfeld heute Hochtechnologie für die Holzindustrie. Neben der Messtechnik gehören dazu auch Funkenlöschanlagen. Uwe Kahmann kündigte an, dass Fagus-GreCon bei der International Woodworking Fair im August in Atlanta, einer Messe für die holzverarbeitende Industrie, ein automatisches Prüflabor vorstellen wird. Es wurde vom österreichischen Anlagenbauer Synex Tech entwickelt, die Alfelder sind mit Komponenten beteiligt und vertreiben das System weltweit. Ebenfalls neu ist ein System, mit die Produktion einer Spanplatte überwachen kann: Ein Chip in der Holz-Leim-Masse liefert während des Pressvorgangs drahtlos Daten beispielsweise über Temperatur, Feuchtigkeit oder Leimzusammensetzung. Und dem Nachbarn Meyer Seals – der Alfelder Kunststoffwerke Herm. Meyer GmbH – liefert Fagus-GreCon vier neue Laserdickenmessanlagen.

Innovation hat Tradition bei Fagus-GreCon – so lautet auch der Firmenslogan. Klar, auch dabei steht das Gebäude im Mittelpunkt. In der Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg auf einen damals nicht einmal 30 Jahre alten Architekten namens Walter Gropius zu setzen, lässt noch heute die Begeisterung für Neues erahnen. Und die wirkt fort: Die lichtdurchfluteten Räume – damals sensationell, wie Uwe Kahmann betont – funktionieren auch, wenn jetzt Hightech-Entwickler darin arbeiten. Und sie helfen, wenn es darum geht, diese Fachleute zu gewinnen: „Arbeiten kann man überall. Aber arbeiten im Weltkulturerbe nur bei uns“, so der Geschäftsführer. Gebäude sind eben zutiefst wichtig für die Leistungsfähigkeit der darin Arbeitenden.

 

In der Bildergalerie: Zweites Standbein und Fagus-Ursprung: Schuhleisten. Auch diesem Bereich geht es gut, sagt Geschäftsführer Uwe Kahmann.

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Klaus Pohlmann

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