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Wertgarantie wächst munter weiter

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Weiter in Richtung Wachstum: Wertgarantie-Vertriebsvorstand Patrick Döring (rechts) zeigt die Richtung, sein Vorstandschef Thomas Schröder ist mit dem Jahr 2017 zufrieden.

Die Wertgarantie-Gruppe, einer der kleineren Versicherer am  wichtigen Assekuranz-Standort Hannover, ist weiter auf Wachstumskurs – und das auch im Ausland.

Höchstes Neugeschäft der Unternehmensgeschichte mit 1,6 Millionen Verträgen im vergangenen Jahr. Ein Vertragsbestand von 5,5 Millionen, das sind rund 10 Prozent mehr als Ende 2016. Angepeilt wird jetzt die Marke von 6 Millionen Verträgen. Ein Plus von 11 Prozent bei den Beitragseinnahmen, was einen Anstieg auf knapp 247 Mio. Euro beutet. Aktuell rund 750 Mitarbeiter gegenüber 732 Ende vergangenen Geschäftsjahres, davon rund 430 in Hannover: Die Wertgarantie-Gruppe wächst munter weiter.

Und dieses Wachstum erstreckt sich mittlerweile über eine langen Zeitraum. Vergleicht man die Entwicklung der Belegschaft, wird das deutlich: 2014 waren es 525, zwei Jahre davor 377, und noch 2010 hatte Wertgarantie mit 320 weit weniger als die Hälfte der heutigen Mitarbeiterzahl an Bord. Ähnliches gilt für Beitragseinnahmen, Neugeschäft und Vertragsbestand: Seit der Jahrtausendwende verzeichnet der Versicherer, der Garantieleistungen für technische Geräte, Fahrräder und E-Bikes sowie Versicherungen für Haustiere anbietet, ein kontinuierliches Wachstum, erklärte Wertgarantie-Vorstandschef Thomas Schröder bei der Bilanzpressekonferenz Anfang April in Hannover und bezeichnete die Gruppe als „eine kleine Jobmaschine“.

Für das Wachstum gibt es eine Reihe von Faktoren. Das 1963 gegründete Unternehmen hat mittlerweile im Ausland, insbesondere in Frankreich, Fuß gefasst. Mittlerweile kommen rund 44 Prozent des Neugeschäfts aus dem Ausland. Zwar haben die Hannoveraner gerade entschieden, in der Schweiz nicht weiterzumachen, dafür aber im Februar die Garante-Gruppe in Spanien übernommen. Nach dem hartnäckig betriebenem Aufbau der Fahrrad- und der Tierkrankenversicherung haben sich diese Sparten inzwischen etabliert. Gerade in der Tierkrankenversicherung, sagte Schröder, „haben wir auch Lehrgeld bezahlt.“ Wertgarantie versichert heute rund 190.000 Fahrräder, darunter 60.000 E-Bikes oder Pedelecs. Die Elektrischen haben auch einen Anteil von rund 60 Prozent am Neugeschäft 2017 mit insgesamt 50.000 Verträgen und nehmen im Versicherungsbestand eine immer größere Bedeutung ein.

Für die Agila Haustierversicherung war es nach den Worten von Wertgarantie-Vertriebsvorstand Patrick Döring das erfolgreichste Jahr seit Unternehmensgründung: 52.000 neue Verträge, ein Bestand von 240.000 Verträgen und Beitragseinnahmen von mehr als 44 Mio. Euro stehen zu Buche.

Die Mitarbeiterzahl ist sowohl trotz als auch wegen der Digitalisierung gestiegen – „beides stimmt“, so Vorstandschef Schröder. Durchschnittlich verzeichnet Wertgarantie fast 3400 Schäden pro Arbeitstag; entsprechend wurde in die digitale Abwicklung investiert, etwa in eine digitale Schadenstrecke, die den Kunden mit Statusmeldungen über die Reparatur beispielsweise eines Handys versorgt. Mit Click Repair bieten die Hannoveraner ein Portal, auf dem man Reparaturmöglichkeiten finden und die Kosten vergleichen kann. Hinzu kommen Möglichkeiten, um Verträge online abzuschließen, und die Nutzung sozialer Medien, um für Kunden jederzeit erreichbar zu sein.

Wachstumstreiber bei Wertgarantie ist aber weiterhin die Handy-Versicherung. Schließlich sei für viele Kunden das Smartphone mittlerweile ihr teuerstes Elektrogerät – wobei Patrick Döring allerdings den Preis meint und nicht die Wertschätzung. Preise für Smartphones im vierstelligen Bereich seien für ihn noch vor wenigen Jahren nicht vorstellbar gewesen, sagte er. Das führt bei Wertgarantie zu Überlegung, für diese teuren Handys eine eigene, höhere Prämienkategorie über die bisherigen 5 oder 8 Euro hinaus einzuführen.

Denn Handy-Reparaturen kommen die Hannoveraner teuer zu stehen, insbesondere, wenn Ersatzteile von Herstellern nur restriktiv abgegeben werden. Im Blickpunkt stehen natürlich die Displays – allein das Fall-Risiko steigt, je öfter das Smartphone in die Hand genommen wird. Und das macht der Durchschnittsnutzer – allein durch die zunehmende Zahl von Apps – immer häufiger. „Das Handy wird heute täglich so oft benutzt wie die Waschmaschine im ganzen Jahr“, sagte Döring. Wertgarantie betreibt inzwischen eine eigene Handy-Werkstatt, die von wichtigen Herstellern zertifiziert ist und rund ein Viertel der in der Gruppe anfallenden Reparaturen erledigen kann. Vorstandschef Thomas Schröder sieht hier auch einen wichtigen Beitrag im Rahmen der sozialen Verantwortung, die von der Unternehmensgruppe um die Aegidius Rückversicherung SE als Dachgesellschaft mittlerweile im CSR-Bericht dokumentiert werden muss: Wertgarantie fördert die Reparatur von Geräten, nicht den von manchem Smartphone-Hersteller forcierten Austausch bei einem Defekt.

Für die Zukunft sieht der Wertgarantie-Vorstand um Thomas Schröder und Patrick Döring noch jede Menge Wachstumspotenzial. Grundsätzlich will die Unternehmensgruppe die Möglichkeit bieten, jedes technische Gerät im Haushalt zu versichern – von der Waschmaschine über Unterhaltungselektronisch und das Smartphone bis Fahrrad und zum Hörgerät. Und das inklusive Strom- und Wasserleitungen, was ebenfalls bereits heute zur Angebotspalette gehört. Perspektive ist damit der umfassende Schutz für das Smart Home.