Start Service Vermischtes Praxiswissen Gesundheit: Ernährung auf der Schicht

Praxiswissen Gesundheit: Ernährung auf der Schicht

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„Schichtarbeit ist anstrengend und belastend für Körper und Psyche“, so Anika Peschl, wissenschaftliche Expertin des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. „Umso wichtiger ist es, dass gesunde Ernährung und Genuss nicht zu kurz kommen.“ Unternehmen können ihre Beschäftigten dabei unterstützen. „Umsetzung und Initiative für einen gesunden Lebensstil liegen allerdings bei jedem selbst.“ Die Bedingungen für eine gesunde Ernährung im Schichtdienst sind vergleichsweise schlecht. Der Faktor Zeit, in dem Sinne, dass Häufigkeit und Dauer der Nahrungsaufnahme variieren und der Schlaf-Wach-Rhythmus wechselt sind hierbei die Hauptfaktoren. „Schichtarbeiter nehmen vor allem während der Nachtschicht besonders gerne kalorienhaltige Nahrungsmittel zu sich. Außerdem können durch den sich verschiebenden Schlaf-Wach-Rhythmus Heißhungerattacken verstärkt auftreten. „Dem versuchen Schichtarbeiter häufig mit Snacks zu begegnen, da diese das Belohnungssystem aktivieren und die Stimmung heben. Leider sind diese oft ungesund“, so Peschl. Mit folgenden Aktionen können Unternehmen Unterstützung bieten und so Beschäftigte motivieren:

  • Informationsveranstaltungen rund um genussvoll gesund Essen und optimale Esszeiten und Nahrungsmittel in verschiedenen Schichten: Hier sollte klar werden, dass gesunde Alternativen nicht nur schmecken, sondern auch langfristig zur Gesunderhaltung beitragen.
  • Angepasste Angebote in Kantinen und Cafeterien: Hier sollten Obst, Nüsse und eventuell Müsliriegel fest im Programm sein. Auch das betriebliche Angebot von vollwertigen Speisen in der Nachtschicht könnte den Griff zu nächtlichen Kalorienbomben reduzieren.
  • Die Möglichkeit, von zuhause mitgebrachte Speisen in der Betriebsküche zu lagern und aufzuwärmen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dadurch kann sich nicht nur langfristig die psychische und physische Gesundheit der Schichtarbeiter verbessern, sondern Beschäftigte und Unternehmen können sowohl kurz- als auch langfristig von einer höheren Leistungsfähigkeit profitieren „Schlussendlich ist natürlich jeder Mitarbeiter neben den betrieblichen Maßnahmen selbst gefordert, einen gesunden Lebensstil zu führen, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Das kann leider niemand abgeben“, fasst Peschl zusammen.