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Hannover Rück Bilanz 2017: Rekordschäden drücken Ergebnis

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Die Hannover Rück hat am 13. März ihre Bilanz des Geschäftsjahres 2017 vorgestellt. Das Vorstandsteam mit Pressesprecherin Gabriele Handrick: Claude Chèvre (v.l.n.r., Personen-Rückversichung), der Vorstandsvorsitzende Urlich Wallin, Finanzvorstand Roland Vogel und Dr. Michael Pickel (Schaden-Rückversicherung). Foto: Georg Thomas
Die Hannover Rück hat am 13. März ihre Bilanz des Geschäftsjahres 2017 vorgestellt. Das Vorstandsteam mit Pressesprecherin Gabriele Handrick: Claude Chèvre (v.l.n.r., Personen-Rückversichung), der Vorstandsvorsitzende Urlich Wallin, Finanzvorstand Roland Vogel und Dr. Michael Pickel (Schaden-Rückversicherung). Foto: Georg Thomas

Die Hannover Rück hat trotz zahlreicher Naturkatastrophen im Jahr 2017 ein zufriedenstellendes Ergebnis im Jahr 2017 erzielt. Die Hurrikane „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ verursachten versicherte Schäden von deutlich mehr als 100 Mrd. Euro und führten zu entsprechenden Belastungen auch für die hannoversche Rückversicherung. „Das Geschäftsjahr 2017 war herausfordernd; es war das Jahr mit der höchsten Belastung aus Großschäden in der Geschichte unserer Gesellschaft. Wir haben einen Konzerngewinn erzielt, der zwar hinter dem guten Vorjahresergebnis zurückbleibt, aber mit 959 Mio. Euro dennoch erfreulich ist“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Wallin. Die Großschadenlast belief sich 2017 auf 1,1 Mrd. Euro, im Budget standen 825 Mio. Euro.
Direkt nach den verheerenden Wirbelstürmen in Mittel- und Nordamerika im vergangenen Jahr hatte die Hannover Rück ihre Gewinnerwartung auf 800 Mio. Euro gesenkt. Das das Ergebnis am Ende höher ausfiel, lag zum einen an einem außerordentlich guten 4. Quartal, andererseits sorgte die Hannover Rück durch Aktienverkäufe zu einer Ergebnisverbesserung.
Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich auf 1364,4 Mio. Euro, nach 1689,3 Mio. Euro im Jahr 2016. Positiv auf die Summe wirkten sich unter anderem ein außerordentlich gutes Kapitalanlageergebnis sowie die Auflösung nicht mehr notwendiger Reservestellungen aus Schadenereignissen früherer Jahre aus. So konnte unter anderem eine hohe Reserve aufgelöst werden, die noch in Zusammenhang mit den Anschlägen im Jahr 2001 auf das World Trade Center in New York stand.
Mit der hohen Belastung durch Schäden sei die Hannover Rück im Jahr 2017 insgesamt gut fertig geworden. „Rückversicherer müssen sich alle fünf bis sieben Jahre auf Schadensbelastungen wie im Jahr 2017 einstellen“, sagte Wallin. Dies sei bei weitem nicht die höchste Belastung, die auftreten kann, auch auf größere Schadenssummen sei die Hannover Rück dank ihres konservativen Risikomanagements gut vorbereitet. Die jüngsten Jahre mit ähnlich hoher Schadensbelastung waren 2011, 2005 oder auch 2001.
Trotz der Großschäden erzielte die Schaden-Rückversicherung mit rund 1,1 Mrd. Euro (2016: 1,3 Mrd. Euro) ein zufriedenstellendes Ergebnis. Das Bruttoprämienvolumen stieg um 16,4 Prozent auf 10,7 Mrd. Euro. Weniger zufriedenstellend zeigte sich der Ergebnisbeitrag in der Personen-Rückversicherung. Das operative Ergebnis sank von 343 Mio. Euro auf 245 Mio. Euro. Belastend wirkte hier insbesondere das US-Mortalitätsgeschäft, bei dem ein größerer Teil des Geschäfts unter einer Sterblichkeit leidet, die höher ausfällt, als in den Verträgen kalkuliert.
Außerordentlich gut entwickelte sich das Kapitalanlageergebnis der Hannover Rück, das auf 1,8 Mrd. Euro – der höchste Wert in der Geschichte der Hannover Rück – stieg.