Start IHK IHK-Jahresempfang in Nienburg: Kultusminister will Berufsorientierung stärken

IHK-Jahresempfang in Nienburg: Kultusminister will Berufsorientierung stärken

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Der Landtagsabgeordnete Karsten Heineking (v.l.), Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Bundestagsabgeordneter Maik Beermann, Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Horst Schrage und der Nienburger Landrat Detlev Kohlmeyer. Foto: Georg Thomas
Der Landtagsabgeordnete Karsten Heineking (v.l.), Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Bundestagsabgeordneter Maik Beermann, Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Horst Schrage und der Nienburger Landrat Detlev Kohlmeyer. Foto: Georg Thomas

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat beim IHK-Jahresempfang in Nienburg angekündigt, die Berufsorientierung an den Schulen zu verbessern.

Die zentralen Forderungen an die Landesregierung wiederholte IHK-Vizepräsident Lars Schäkel nochmal, nachdem Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne mit leichter Verspätung beim Jahresempfang der IHK Hannover in Nienburg eingetroffen war. Schäkel sprach sich für die Einführung eines verbindlichen Fachs für Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen aus. Zudem müssten Fortbildungen, die an eine berufliche Ausbildung anschließen, beispielsweise zum Industriemeister, genauso gefördert werden wie die akademische Ausbildung, sagte Schäkel vor rund 250 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Deutlich mehr Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis Nienburg als in den Vorjahren waren dieses Jahr der Einladung ins Hotel Weserschlößchen gefolgt.

Der IHK-Vizepräsident untermauerte die Forderungen der Wirtschaft, indem er daran erinnerte, dass bereits heute 30 Prozent der Ausbildungsplätze nicht besetzt werden könnten. Im Hotel- und Gaststättengewerbe blieben laut IHK-Ausbildungsumfrage sogar mehr als 50 Prozent der Plätze frei. 85 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass viele Schulabgänger zu unklare Berufsvorstellungen hätten. Gründe für geringere Bewerberzahlen könnten aber auch in anderen Faktoren begründet sein, zum Beispiel einer fehlenden regionalen Beschulung von Auszubildenden in Berufsbildenden Schulen im Landkreis Nienburg. So seien derzeit im Kreis mehr als 2200 Berufskraftfahrer beschäftigt, immerhin 6,5 Prozent der insgesamt 34 000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. 70 Prozent der Fahrer seien laut Arbeitsagentur älter als 55 Jahre, erläuterte Schäkel. Dass angehende Berufskraftfahrer zeitintensiv und umständlich bis in die Nachbarkreise fahren müssten, sei ein Grund für den Mangel an Bewerbern. Die Beschulung vor Ort könne den Bewerbermangel etwas verringern. „Deswegen sind wir mit den betroffenen Unternehmen und der Berufsschulleitung in intensiver Diskussion. Bereits mit 14 Berufsschülern kann eine Klasse eingerichtet werden“, sagte Schäkel.

IHK-Geschäftsstellenleiter Andreas Raetsch mit Gastredner Krischan Kuberzig und IHK-Vizepräsident Lars Schäkel (v.l.), Foto: Georg Thomas

Auch mit der Ausbildungsoffensive trage die IHK Hannover dazu bei, dass sich die Informationslage der Jugendlichen und das Image der Ausbildung verbessere. Im Landkreis Nienburg seien bereits 60 Ausbildungsbotschafter geschult worden, die neun Einsätze und acht Informationsveranstaltungen in den Schulen durchgeführt haen. „Bei etwa 20 Schulen mit Abschlussmöglichkeiten besteht hier noch ein hohes Potenzial“, so Schäkel. Für Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der aus Leese im Landkreis Nienburg stammt, war der Abend ein „Heimspiel“, wie er selbst sagte. „Die duale Ausbildung ist ein echtes Pfund, mit dem wir werben können“, unterstrich der Minister. Im Hinblick auf das Fach Berufsorientierung sagte er, dass es viele Wünsche nach neuen Fächern gebe. Die Landesregierung wird die berufliche Orientierung durch einen Erlass bereits zum neuen Schuljahr stärken. „Ob es aber ein eigenes Fach sein muss, oder ob sich das Thema nicht besser in den bestehenden Fächerkanon integrieren lässt, müssen wir diskutieren“, so Tonne.

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Georg Thomas

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