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Anfang Februar gab es einen Vorschmack auf die Hannover Messe 2018. Die findet in diesem Jahr wieder zusammen mit der CeMAT statt, der Messe für Intralogistik. Äußerst passend: Schließlich prägt Industrie 4.0 jetzt schon seit Jahre die Industrieschau. Und Transporte innerhalb des Unternehmens spielen dabei ein entscheidende Rolle.

Wie viele Aussteller im April nach Hannover kommen, wollte Messechef Dr. Jochen Köckler noch nicht sagen. Dieses Geheimnis will er erst kurz vor Beginn von Hannover Messe und CeMAT lüften – das neue dynamische Messeduo beginnt am 23. April.

Weder genaue Ausstellerzahl – bisher nennt die Messe 5000 Aussteller aus 70 Ländern – noch Standfläche also. Aber am Rande der Vorab-Pressekonferenz wurde bekannt, dass die Hannover Messe ausgebucht ist. Und wenn man die mit über 150 nahezu explodierende Zahl der Aussteller aus dem Partnerland Mexiko nimmt oder die 200 Journalisten (rund 80 mehr als im Vorjahr), die am 6. Februar zur Vorab-Pressekonferenz samt Messevorschau nach Hannover kamen, dann läuft’s.

Fließend gingen Köckler auch die Namen der neuen Messekombi über die Lippen: Hannover Messe CeMAT 2018. Sie sind wieder zusammen, nach eineinhalb Jahrzehnten, in den die Logistikmesse nicht mehr alle zwei Tage Teil der Industrieschau war, sondern eigenständig und zunächst alle drei Jahre stattfand. Man kann kaum daran vorbei, einen legendären Ausspruch zu bemühen: Da wächst zusammen, was zusammengehört. In der Industrie 4.0 spielt die autonome, „intelligente“ Logistik im Unternehmen, innerhalb der Produktion eine entscheidende Rolle. Dr. Robert Bauer, Vorstandschef des Sensorherstellers Sick AG aus Waldkirch, brachte es bei der Messevorschau auf den Punkt: Fabrikautomation, Logistikautomation und Prozessautomation: Die Trennung zwischen diesen Bereichen sei (fast) von gestern, werde sich aber noch eine Zeit lang halten. Alles ist jedenfalls im April unter den Hallendächern des hannoverschen Messegeländes zu sehen.

Mexiko sucht internationale Partner

Als die Beteiligung Mexikos als Partnerland 2018 vereinbart wurde, habe die Zahl der mexikanischen Aussteller bei etwa fünf gelegen – „oder darunter“, sagte Jochen Köckler. Die massive Partnerland-Beteiligung in diesem Jahr spiegelt die Situation eines ökonomisch starken Landes wider, das seine ohnehin intensiven außenwirtschaftlichen Beziehungen aus gegebenem Anlass auf eine noch breitere Basis stellen will. Sein Land sei zweitgrößte Wirtschaftsnation und größter Exporteur Lateinamerikas, sagte Botschafter Rogelio Granuillhome, der zur Vorabpressekonferenz der Messe in Hannover war. Er betonte die geografisch günstige Lage Mexikos als Bindeglied zwischen Nord- und Südamerika einerseits und positioniert auf der Verbindungslinie zwischen Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum andererseits. Er wies auf das aktuelle Reformpaket hin, unter anderem im Energiesektor, in den private Investoren 80 Mrd. Dollar gesteckt hätten. Neben der Finanzreform nannte er auch die Bildungsreform und betonte das innovative Potenzial seines Landes. Ein viel versprechendes Partnerland also, zumal Granuillhome Mexiko – wie Deutschland – mitten in der „Industrie-4.0-Ära“ verortete. Aber schließlich treten die Mexikaner auch unter dem Slogan „Mexico exceeds expecations“ – Mexiko übertrifft Erwartungen – als Partnerland an.

Was in Hannover zu sehen ist

Eigentlich galt lange, dass die Hannover Messe in geraden Jahren mit ihren sechs Teilmessen Integrated Automation, Motion & Drives (IAMD), Digital Factory, Energy, Industrial Supply sowie Research & Technology kleiner ist als in den ungeraden. Eigentlich. Denn die Aussteller der Antriebs- und Fluidtechnik (früher unter der Messebezeichnung Motion Drives & Automation) kommen jetzt auch wieder jährlich nach Hannover, statt bislang nur alle zwei Jahre – Premiere ist 2018 als Teil der IAMD. Fasst man noch einmal kurz und übersetzend zusammen, was die Hannover Messe in diesem Jahr zu bieten hat, dann geht es um die Automatisierung der industriellen Produktion in allen Facetten samt der passenden IT-Lösungen, um Energie, um den traditionell starken Zulieferbereich und um Forschung und Entwicklung. Und das alles vernetzt: Das diesjährige Leitthema heißt nicht umsonst wieder Integrated Industry, ergänzt um den Zusatz Connect & Collaborate – vernetzen und zusammenarbeiten.

Geheimnisse werden gelüftet

Mehr als bisher in geraden Jahren – natürlich vor allem wegen des großen CeMAT-Blocks. Der zuständige VDMA-Fachverband, der Unternehmen mit einem Produktionsvolumen von 21,3 Mrd. Euro repräsentiert, tagte eigens zur  Messevorschau in Hannover. Zentraler Tagesordnungspunkt: Die Road Map 2025, die der Branche den technologischen Weg in die Zukunft weisen soll. Was drinsteht, darum machte Dr. Klaus-Dieter Rosenbach, Vorsitzender des Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik, ebenso ein Geheimnis wie Messechef Köckler um die Ausstellerzahlen. Beides wird mit Beginn der Hannover Messe öffentlich: Wie viele Unternehmen in Hannover nach Hannover kommen ebenso wie die Fraunhofer-Studie zur Zukunft der CeMAT-Branche, die im Forum Logistik 4.0 vorgestellt wird.

Hannover Messe/CeMAT vom 23. bis zum 27. April, täglich von 9 bis 18 Uhr. Tagestickets im Vorverkauf 31 Euro, Dauertickets 70 Euro.

www.hannovermesse.de

www.cemat.de

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Klaus Pohlmann

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