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Geklingelt bei … Boucoiran GmbH

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Cedric Louis und seine Mitarbeiterin Andrea Peters schneiden einen 35 Kilo schweren Comté.

18. Oktober, 8.30 Uhr

Göttingen: So heißt ein länderverbindendes Chanson der Sängerin Barbara, mit dem sie vor genau 50 Jahren zu einem Konzert in die Universitätsstadt zurückkehrte. Grund genug, bei einem Unternehmen mit ur-französischen Wurzeln zu klingeln. Käse Boucoiran ist eine Institution in Göttingen. Seit Paulette Klages 1982 den Spezialitätenhandel – benannt nach ihrem Mädchennamen – eröffnete, ist Göttingen um rund 160 ganz besondere Käsesorten im Jahr reicher. Im Juni 2016 übernahm der gebürtige Franzose Cedric Louis
(41), der 2006 der Liebe wegen aus der Bretagne nach Göttingen kam, das Traditionsgeschäft und führt es mit dem feinen Sinn für guten  Käse und guten Service weiter.

Wobei stören wir gerade?
Wir sind gerade dabei unseren Tresen vorzubereiten. Rund 100 Sorten liegen hier aus. Käse ist ein Naturprodukt, das lebt und gepflegt werden will. Gleich müssen wir noch den Comté anschneiden. Der wiegt rund 35 Kilo.

Was ist Ihr Kerngeschäft?
Bei uns gibt es besonderen, qualitativ hochwertigen Käse aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Italien, Spanien und Norwegen. Aus Norwegen beziehen wir zum Beispiel einen traditionellen Karamellkäse. Neben dem Laden betreiben wir auch einen Partyservice.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?
Ich habe vier Mitarbeiterinnen, die seit 27, 25, 21 und 16 Jahren hier sind, und sie sind Käse Boucoiran. Die Kunden kommen nicht nur für den Käse und die gute Beratung. Einige kaufen fünf Minuten ein und verlassen den Laden erst nach 20.

Wofür möchten Sie werben?
Käse ist nicht gleich Käse. Wer einmal hochwertigen Käse probiert hat, erkennt den Unterschied sofort. Natürlich hat er seinen Preis, aber der ist auch begründet. Allein ein alter Comté muss jede Woche dreimal geputzt, mit Salzwasser gebürstet und gewendet werden. Und das über 36 Monate. Oder wir haben einen Käse im Angebot, der noch komplett in Handarbeit entsteht. Die Familie, die den Gruyère d’Alpage herstellt, lebt
sechs Monate auf einer Alm ohne Elektrizität, melkt die Kühe auf der Weide in den Bergen, kocht die Milch auf offenem Feuer und schafft so drei Laibe am Tag. Das kann man schmecken.

Was verbindet Sie mit der IHK?
Ich lese gern die NW. Und wir wollen bald ein wenig renovieren.
Da werde ich sicherlich noch bei der IHK anfragen, ob es Fördermöglichkeiten
für uns gibt.

Aufgezeichnet von Nadia Mohseni.

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Nadia Mohseni

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