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Der Name der Firma – Wilkhahn

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Schneller und schlanker: Mit diesem Ziel hat Wilkhahn, der Hersteller von Möbeln für Büros und Konferenzräume aus Bad Münder, in diesem Frühjahr seine Management-Struktur umgebaut. Die Begründung aus dem Mund des Chefs: „Kurze Wege und interdisziplinäre Zusammenarbeit auf Basis hoher Fachkompetenz sind die Voraussetzungen, um Wilkhahn für den digitalen Wandel fit zu machen.“ Wilkhahn? Einen Vogel sucht man als Namensgeber vergebens. Aber der Name ist kein allzu großes Rätsel. Schon die vollständige Firma löst es auf: Wilkhahn Wilkening + Hahne GmbH + Co.KG. Friedrich Hahne und Christian Wilkening gründeten vor 110 Jahren eine Stuhlfabrik, ihrer  beider Namen verschmolzen zu Wilkhahn. Das Deister-Süntel-Tal mit Bad Münder mittendrin wuchs in den folgenden Jahrzehnten zum Zentrum der deutschen Stuhlproduktion. Das Unternehmen von Wilkening und Hahne produzierte Buchenstühle wie viele andere auch – von mehr als 100, vielfach handwerklich geprägten Firmen ist die Rede. (Darunter eines, das in dieser Rubrik, in der es um Namen geht, mindestens eine Erwähnung verdient: Casala. Ähnlich wie Hans Riegel aus Bonn (Haribo) benannte Carl
Sasse aus Lauenau sein Stuhlunternehmen, und unter der Marke wird bis heute eine  Möbellinie vertrieben). Wilkhahn aber beschritt mit der zweiten Generation, Fritz Hahne und Adolf Wilkening, an der Unternehmensspitze nach 1946 ganz eigene Wege. Im Kontakt mit Bauhaus und Werkbund erhielten Formgebung und Design höchste Bedeutung im Unternehmen. Gleichzeitig wurden im Unternehmen früh betriebliche  Altersversorgung oder Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter eingeführt. Und fährt man über die B442 an Bad Münder vorbei, sieht man die von Frei Otto und Thomas Herzog entworfenen
Unternehmensgebäude. Zukunftsorientierung gehört seit über 70 Jahren zur Wilkhahn-Unternehmenskultur. Damit schließt sich der Kreis zur Umbau der Management-Struktur, die im Frühjahr bekannt gegeben wurde. Mit Jochen Hahne steht heute ein Enkel der  Firmengründer an der Wilkhahn-Spitze.