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5 Fragezeichen der Weltwirtschaft

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An Krisenregionen herrscht weltweit kein Mangel. Aber es sind nicht allein die offenen Konflikte, die dafür sorgen, dass das Jahr 2017 von Unsicherheit geprägt ist. Es reichen schon Fragezeichen: Wie soll der Brexit laufen? Wie entwickeln sich die deutsch-türkischen Beziehungen? Was ist von den USA zu erwarten? Deutschland ist weltweit wirtschaftlich eng verflochten. Hier Länder, die derzeit Fragen aufwerfen, und Daten, die ihre Verbindung mit Deutschland und Niedersachsen zeigen.

USA

Der aktuelle Kurs der USA unter Präsident Donald Trump ist noch vollkommen unklar und bleibt wohl auf absehbare Zeit unberechenbar. Stark protektionistische Töne wechseln sich mit eher pragmatischen Äußerungen ab. Auch das unerwartet schwache US-Wachstum und der Kurs des US-Dollar sind im Moment für niedersächsische Exporteure eher hinderlich, können sich aber schnell wieder anders entwickeln. Sogar Verhandlungen über ein Handelsabkommen sind wieder im Bereich des Möglichen.

5,83 Mrd. € Niedersächsische Exporte 2016

1 Position im weltweiten BIP-Vergleich

5 Deutschlands Rang als Lieferland (hinter China, Mexiko, Kanada und Japan)

1,1 Millionen deutsche Expats

Großbritannien

Der Brexit hat noch immer keine klare Richtung. Die Interessen der EU und Großbritanniens klaffen auseinander, und mehr noch: Selbst was die Briten wollen, scheint noch keineswegs festzustehen. Der Berg an Arbeit ist gewaltig. Für Unternehmen in Niedersachsen gibt es zwei Fragezeichen: Welche Regeln gelten nach dem Brexit für die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Königreich? Und wie wirkt sich der Austritt auf die Wirtschaftskraft Großbritanniens aus?

6,42 Mrd. € Niedersächsische Exporte 2016

5 Position im weltweiten BIP-Vergleich

1 Deutschlands Rang als Lieferland (vor den USA, China, den Niederlanden und Frankreich)

300 000 deutsche Expats

Türkei

Die innenpolitische Lage führt bei deutschen Unternehmen zu einer von großer Vorsicht geprägten Haltung. Vielfach wird von Entsendungen von Mitarbeitern in die Türkei abgesehen. Es zeichnet sich ab, dass sich in der Folge auch die deutschen Exporte in die Türkei abschwächen werden. Die Hauptstützen der Konjunktur sind derzeit die stark expansive Finanzpolitik und der private Konsum. Die Inflation wird 2017 voraussichtlich knapp zweistellig ausfallen. Droht bei der gleichzeitig bestehenden hohen Arbeitslosigkeit eine Stagflation?

2,2 Mrd. € Niedersächsiche Exporte 2016

17 Position im weltweiten BIP-Vergleich

1 Deutschlands Rang als Lieferland (vor Großbritannien, dem Irak, Italien und den USA)

70 000 deutsche Expats

Katar

Seit dem 5. Juni haben Saudi-Arabien, die VAE, Bahrain und Ägypten alle Beziehungen zu Katar eingestellt. Die großen logistischen Herausforderungen, die das für Katar mit sich bringt, scheinen derzeit zwar einigermaßen bewältigt. Aber für deutsche Unternehmen, die in Katar meist von VAE aus tätig sind, wird es bei länger andauernder Blockade nötig, größtenteils neue Strukturen aufzubauen. Ist es sinnvoll, diesen aufwändigen Weg zu gehen – oder abzuwarten und auf eine Einigung zu hoffen?

260 Mio. € Niedersächsische Exporte 2016

56 Position im weltweiten BIP-Vergleich

4 Deutschlands Platz unter den Lieferländern (hinter China, USA, VAE)

2500 deutsche Expats

Venezuela

Zwiespältiger geht es kaum: Venezuela ist das Land mit den größten Erdölreserven weltweit, eigentlich ein Schwergewicht Lateinamerikas – und gleichzeitig wirtschaftlich total am Boden. Die Privatwirtschaft wurde durch staatliche Eingriffe vertrieben. Die Erdöleinnahmen reichen nicht aus, um die Bevölkerung zu versorgen. Hunger, Hyperinflation und Repression machen sich breit, die Lage ist verzweifelt. Wo ist der Ausweg?

10,9 Mio. € Niedersächsische Exporte 2016

41 Position im weltweiten BIP-Vergleich

7 Deutschlands Rang als Lieferland (hinter den USA, China, Brasilien, Kolumbien, Argentinien und Mexiko)

Expats sind größtenteils ausgereist; Ausnahmezustand seit Mai 2016, das Auswärtige Amt warnt vor nicht dringenden Reisen.