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130 Jahre Industrie im Club

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Feier in historischem Rahmen: Der-Vorsitzende Dr. Wolfram v. Frisch begrüßt die Jubiläumsgäste im „Cavallo“, das Gebäude aus der Gründungszeit des hannoverschen Industrie-Clubs nutzt.

Gemeinsamer Weg durch die Geschichte: Zeitweise waren die Verbindungen zwischen Industrie-Club und IHK Hannover sogar äußerst eng.

Ein Abend im September: Der Industrie-Club Hannover feiert 130-jähriges Bestehen. Dessen Vorstandsvorsitzender, Dr. Wolfram v. Fritsch, nahm den Namen der 1887 als Fabrikanten-Verein gegründeten Vereinigung kurzerhand wörtlich, um ihn zu charakterisieren: „Wir sind Industrie“, sagte er, „zum Glück heute erweitert um die Dienstleistungsindustrie. Wir sind Hannover, mit seiner sympathischen Unaufgeregtheit. Und wir sind Club: Ein freiwilliger Zusammenschluss.“
Oberbürgermeister Stefan Schostok war ebenso zum Gratulieren gekommen wie Professor Thomas Schwark, Chef der kulturgeschichtlichen Museen in Hannover. Der nahm seine Zuhörer mit auf eine Reise ins 19. Jahrhundert: 1887, im Jahr der Club-Gründung, wurde Ernst August III. geboren, der Welfe, der durch seine Ehe mit der preußischen Prinzession Viktoria Luise die Kluft nach der Annexion Hannovers von 1866 wegheiratete. Näher wirkt da noch Kurt Schwitters, ebenfalls Jahrgang 1887. Damals wurde Wilhelm Berding, Generaldirektor der Mechanischen Weberei in Linden, zum ersten Vorsitzenden des Fabrikanten-Vereins gewählt: ein Reflex auf die erstarkenden Organisationen der Arbeiter. Berding, ein Katholik aus Vechta, hat die soziale Frage nicht kalt gelassen, er engagierte sich nicht nur im Fabrikanten-Verein, sondern auch karitativ. Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, wies auf die engen Verbindungen zwischen seinem Haus und dem Industrie-Club hin: Heute mit gemeinsamen Veranstaltungen, aber Anfang des 20. Jahrhunderts sogar im gemeinsamen Haus und mit einem Kammersyndikus, der gleichzeitig Vereinssekretär war.
Es gibt weitere Parallelen, denn auch der Industrie-Club spürte die erstarkende Dienstleistungsindustrie. Mitte der 1960er Jahre öffnete man sich, allerdings nicht ohne intensive Diskussionen.
Dr. York Fusch – Vorstandschef der Körting Hannover AG, verwandt mit Berthold Körting als einem weiteren Vereinsgründer und selbst lange im Club engagiert – sagte auf die Frage nach seinen Wünschen für die Zukunft des Vereins schlicht: „Weiter bestehen bleiben.“ Nach dem Applaus darauf zu urteilen: kein Problem.